jungle rats (teddy page, usa 1987)

Veröffentlicht: August 23, 2010 in Film
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Vietnam 1969: Als General Conrad von den Vietcong gefangen genommen wird, werden die „Jungle Rats“, eine fünfköpfige Spezialeinheit, damit beauftragt, ihn aus dem verzweigten Tunnelsystem der Vietcong rauszuhauen …

Nachdem ich mir vor einiger Zeit mit SUPER-PLATOON den Film zu Gemüte geführt habe, der in Deutschland als DSCHUNGELRATTEN 2 und somit als Sequel dieses Films hier ausgegeben worden war, war ja klar, dass ich ihn würde nachlegen müssen. JUNGLE RATS wurde vom Tausendsassa und Viel- und Billigfilmer Teddy Page unter dem Pseudonym „Irvin Johnson“ und angeblich US-amerikanischer Ägide eingekurbelt, was ich zwar arg zu bezweifeln wage – nicht nur die Herkunft von Page scheint mir eher für die Philippinen zu sprechen -, aus Mangel an Beweisen jedoch so hinnehmen muss. Das Script stammt vom B-Film-Carl-Weathers Jim Gaines, den Freunde des Trashfilms etwa aus Matteis STRIKE COMMANDO und ROBOWAR oder aber aus Fragassos AFTER DEATH kennen dürften und der als eine der Dschungelratten auch selbst mitwirkt. Ihm zur Seite stehen etliche No-Names, deren Filmografien sich jedoch lesen wie der DVD-Wunschzettel des nostalgischen, trashaffinen Actionfans: Da tummeln sich so vielversprechende Titel wie DOUBLE EDGE, TERROR FORCE COMMANDO, WARBUS, NINJA WARRIORS, PHANTOM SOLDIERS, FINAL REPRISAL und etliche weitere, gründen gemeinsam eine knallharte Männer-WG, in der sie durch bloße Konzentration auf die eigene Männlichkeit einen Superninja mit Delta-Force-Vergangenheit und Einzelkämpferausbildung zeugen, dessen Geburt anschließend mit wohlschmeckendem Dieselöl und dem Rauchen einer hübschen Dynamitstange gebührend gefeiert wird.

Nach grandiosem Auftakt, bei dem die Protagonisten mit ihren coolen Decknamen vorgestellt werden, versumpft der Film leider etwas in der Beliebigkeit. Es ist aber auch zugegebenermaßen schwer, auf Bilderbuch-Actionfilmnamen wie „Randy ‚Boom Boom‘ Ellis“ (natürlich der Sprengstoffexperte), „Pete ‚Killer‘ Rayo“ (dessen Namen die deutsche Synchro beharrlich „Riedscho“ ausspricht) – Kommentar: „Sein Name erklärt sich von selbst.“ – oder aber auf Sätze wie „Das ist Corporal Jim Benson, genannt ‚Batman‘, unser bester Funkexperte“ noch einen draufzusetzen. Gerade bei letzterem habe ich mich gefragt, was wohl aus den ganzen vollkommen unqualifizierten und schlechten Funkexperten bei der Armee wird. Dürfen die vielleicht nur Falschmeldungen absetzen? Die sich hier noch andeutende Herrlichkeit ist leider vorbei, sobald die Dschungelratten sich auf den Weg machen. Eine Schießerei reiht sich an die nächste und irgendwann ist einem das alles ziemlich egal, sofern man den Film nicht mit Freunden sieht und sich entsprechend mit Trinkspielen motivieren kann. Zwar funktioniert die Identifikation geringfügig besser als im „Sequel“ SUPER-PLATOON, letztlich sind beide Filme aber nahezu identisch: Ein Trupp kerniger Idioten, der in einem echten Krieg keine fünf Minuten überstehen würde, latscht durch dem Gummibaumbewuchs, beschimpft den Feind als „Gelbhäute“, meuchelt und wird gemeuchelt. Aus dem Sekundenschlaf wird man nur kurzzeitig gerissen, etwa wenn einem riesige Höhlensysteme als die berüchtigten Tunnel des Vietcong verkauft werden oder aber die Beschimpfung einer vermeintlichen Verräterin, die sich als Kontaktperson entpuppt, mit den Worten entschuldigt wird, dass man „habe sichergehen müssen“. Wäre ja auch wirklich unverzeihlich, wenn man sich die Chance, eine Frau als „Schlampe“ verunglimpfen zu können, entgehen ließe. So richtig spannend ist das alles also nicht, auch wenn sich alle Beteiligten redlich Mühe geben. Dass ich mich nur ein paar Stunden nach Sichtung kaum noch an konkrete Einzelheiten erinnern kann, spricht Bände. Ins Regal des komplettierungswütigen Eighties-Actiongülle-Sammlers gehört der Film natürlich trotzdem, weil es einfach geil ist, nebeneinander die DVDs von DSCHUNGELRATTEN und DSCHUNGELRATTEN 2 stehen zu haben. Statussymbole halt.

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Kommentare
  1. Danke für die Kontextualisierung! Ohne Trinkspiele würde ich den wohl auch kaum durchstehen. 😉

  2. […] kürzlich überaus treffend bezeichnete, deutlich besser gefallen als der vor kurzem gesehene JUNGLE RATS, aber wirklich aussagekräftig ist das nicht. Mag man Philippinenaction (und den obligatorischen […]

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