one man force (dale trevillion, usa 1989)

Veröffentlicht: September 8, 2010 in Film
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Bei einer unautorisierten Razzia wird Jakes (John Matuszak) Partner Pete (Sam Jones) von südamerikanischen Drogendealern erschossen. Der nachfolgende Amoklauf Jakes bringt ihm zwar keine Erkenntnisse über den Verbleib der Täter, dafür aber die Suspendierung durch seinen Vorgesetzten McCoy (Ronny Cox). Wenig später wendet sich ein Mann an Jake, der sich als Manager der entführten Popsängerin Leah (Stacey Q) ausgibt und Jake beauftragt, sie wiederzufinden. Als dieser Auftraggeber wenig später ebenfalls tot ist, wächst in Jake der Verdacht, beide Fälle könnten etwas miteinander zu tun haben. Die Spur führt ihn zum Wirtschaftsboss Adams (Richard Lynch) …

Wenn sich obige Inhaltsangabe etwas rätselhaft liest, so mag das auch daran liegen, dass ich weder den Verwicklungen des Drehbuchs noch den Gedankenwindungen des Supercops Jake so recht folgen konnte. ONE MAN FORCE versucht dabei keineswegs besonders clever zu sein, überschätzt seine Möglichkeiten aber dennoch mehr als nur ein kleines Bisschen. Besonders augenfällig wird das in der Besetzung Jakes mit dem Ex-Footballstar und -Kraftprotz John Matuszak, der für Rollen wie Sloth aus THE GOONIES prädestiniert gewesen sein mag, als Protagonist und Sympathieträger aber durchaus etwas überfordert ist. Der Mann erinnert mich etwas an Joe Bugner, der in etlichen Spencer/Hill-Filmen als tumber Haudrauf mitwirkt und eine Fetischklub-Schlägerei aus ONE MAN FORCE erinnert dann auch mit ihren slapstickartigen Einsprengseln an genannte Prügelfilme, mit dem Unterschied, dass sie hier wohl ernst gemeint sein soll. Matuszak, der kurz nach Fertigstellung des Films an einem Herzanfall – Spätfolge seines Steroidmissbrauchs – starb, ist mit seinem Vollbart und der bärenhaften Statur für gutmütige Kumpeltypen oder hirnlose Schläger sicherlich wie gemacht, aber als Kriminalpolizist? Der Mann findet noch nicht einmal passende Klamotten, geschweige denn einen Verbrecher! Erstere These wird belegt durch zahlreiche eingelaufene Sportblousons, Jogginghosen mit Hochwasser und über nacktem Oberkörper getragene Ballonseide-Trainingsjacken, letzteres durch einen Bodycount, der sich gewaschen hat. Jake kommt entweder zu spät oder schlecht vorbereitet und ist so förmlich dazu gezwungen einfach jeden umzulegen, was sein Boss reichlich konsterniert zur Kenntnis nimmt. Das ist nun nichts besonderes für einen Actionfilm, eher schon lieb gewonnener Standard, aber wenn der „Held“ so jeden Glamours entbehrt wie Matuszak, dann beginnt man, die Eigenarten des Actionfilms mit ganz anderen Augen zu sehen. Wenn sich Jake hier in strikter Leugnung jedes sachlich vorgetragenen Arguments über die Bürokratie aufregt, die ihn in Ketten legt, bloß, weil er sich nicht an Vorschriften halten mag, die Bürger vor Amokläufern wie ihm schützen sollen, dann bringt er die hinter solchem Tatendrang stehende Einfalt ausgesprochen nachdrücklich zum Vorschein.

ONE MAN FORCE ist eigentlich alles andere als Pflichtprogramm: mäßig inszeniert, aber bis auf Matuszak gut besetzt, recht schwungvoll, aber ohne wirklich herausstechende Highlights, butal, aber nicht allzu blutig, dumm, aber ohne die ganz großen Brüller. Mittelmaß halt. Trotzdem hat mir der Käse einigen Spaß gemacht und als Actionkomplettist mit Achtzigerjahre-Fetisch stelle ich mir auch diesen ungeschlachten Raufbold gern ins Regal. Kann schließlich nicht immer COBRA sein.

Kommentare
  1. Funxton sagt:

    Wieder so’n Ding, dass ich seit 20 Jahren nicht gesehen habe, du Schlawiner.

  2. Harry sagt:

    Hi,
    ich verfolge Deine Filme von gestern schon seit geraumer Zeit und entdecke dabei immer wieder Schätze, die ich mal aus meiner 4500 Tapes umfassenden VHS-Kiste kramen könnte, um sie mir mal wieder zu gönnen.
    Macht jedenfalls Spaß, hier zu lesen.
    Gruß
    Harry

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