public service announcement no. 1: der ninja-marathon

Veröffentlicht: September 17, 2010 in Über mich, Zum Lesen
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Ich langweile mich gerade und poste deshalb schon mal eine erste kleine Ankündigung für ein Blog-Event, das ich derzeit plane und das mich jetzt schon seit ein paar Tagen beschäftigt. Weil mir demnächst eine Woche des Strohwitwertums bevorsteht, bei mir zu Hause noch ein ganzer Stapel ungesehener Ninjafilme herumliegt (bzw. noch darauf wartet, bei Filmundo ersteigert respektive gekauft zu werden), jeder einzelne davon aber wahrscheinlich eine viel zu traurige Angelegenheit ist, um ihn einer „normalen“ Filmsichtung zu unterziehen, und ich außerdem ein Freund von überzogenen, unüberlegten, von Selbstüberschätzung geprägten Mammutaktionen Werner Herzog’scher Ausmaße bin, dachte ich mir, ich nutze die einmalige Gelegenheit und unterziehe mich einem nie dagewesenen Ninjafilm-Selbstversuch, den ich im Blog entsprechend dokumentieren werde. Der ungefähre Plan sieht so aus: Ich benenne einen noch festzulegenden Termin, an dem ich mir dann möglichst viele Ninjafilme hintereinander anschaue (mit Pausen zur lebensnotwendigen Nahrungsaufnahme und Befriedigung anderer pressierender Bedürfnisse, versteht sich), Ende der Veranstaltung offen. Von dieser Aktion verspreche ich mir nicht nur, dass sich genug empathiefähige Leser finden, die meine Leidens- und Opferbereitschaft zu schätzen wissen, sondern 1. ein tieferes Verständnis des gegeißelten Ninjafilm-Genres, 2. die endgültige Beantwortung der Frage, ob es sich bei diesem Genre tatsächlich um das konzeptionell missratendste, filmisch traurigste und künstlerisch minderwertigste aller bislang erdachten Filmgenres handelt, sowie natürlich 3. ein bewusstseinserweiterndes Erlebnis, das im Idealfall sogar ein paar lustige Texte nach sich zieht. Worüber ich derzeit noch nachdenke, ist der Modus meiner Texte bzw. ihrer Veröffentlichung. Eigentlich böte sich ja ein Live-Blogging, sprich ein fortlaufender stream-of-(un)consciousness an, der das zeitliche Fortschreiten der Filme und den damit einhergehenden kontinuierlichen Kollaps meines Geisteszustandes parallelisiert und nachvollziehbar macht, allerdings weiß ich weder, ob das schreiberisch praktikabel ist, noch, ob dabei wirklich lesenswerte oder auch einfach nur lesbare Texte rumkommen. Außerdem scheint mir der Erfolg dieses Modus zu sehr von der „Qualität“ der Filme abzuhängen. Wer Erfahrungen mit dem Liveblogging hat, ist gern dazu eingeladen, mir diese mitzuteilen und mich so zu indoktrinieren. Ich werde auf diesen Seiten in den nächsten Wochen Updates meiner Pläne und dann auch irgendwann einen festen Termin nennen, an dem die Sache steigen wird. Geplant ist ein Tag Ende Oktober/Anfang November. Es kribbelt schon …

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Kommentare
  1. Marcos sagt:

    Ich werde Dir da keine Hilfe sein können im Gespräch über die Filme, da ich von den ca. 30 Ninja-Filmen, die ich in den letzten Monaten gesehen habe kaum noch einen erinnern bzw. sie voneinander unterscheiden kann. 😦

  2. Oliver sagt:

    Hihi, das wundert mich kaum und ehrlich gesagt erwarte ich auch, dass ich spätestens beim dritten Ninjafilm unrettbar in den Strudel der Wiederkehr des eiwgen Gleichen gerate. Hilfe bei meiner Mission wollte ich aber eigentlich gar nicht, das wäre mir nämlich einfach nicht XXXtrem genug. 🙂

  3. Thies sagt:

    Ein sehr schönes Konzept für ein Live-Blogging-Review habe ich bei der Seite „Film Threat“ entdeckt. Schade nur, dass es nach nur wenigen Versuchen gleich wieder eingestellt wurde. Hier der Link zu dem „Live“-Review von „S.W.A.T.“:
    http://www.filmthreat.com/features/940/

    • Oliver sagt:

      Danke für den Link. Ja, das ist in der Tat ganz lustig gemacht und wahrscheinlich der beste Live-Blogging-Eintrag, den man zu S.W.A.T. schreiben kann (ich habe den Film noch nicht gesehen, flirte aber immer mit ihm, wenn ich ihn für wenig Geld entdecke, njur um ihn dann doch stehen zu lassen). Für meinen Ninjamarathon müsste es aber schon enger am Film bleiben, sonst machte es keinen Sinn, so viele Filme hintereinander zu schauen und auch noch drüber zu schreiben.

      Bin ich übrigesn der einzige, der meint, dass es englischsprachige Schreiber besser draufhaben, pointiert zu schreiben, als deutsche?

  4. Marcos sagt:

    Ich weiß nicht, ob Du der Einzige bist, der das so empfindet, aber ich empfinde es nicht so. Das ist m.E. nur geschwungen-cool klingendes Gelaber in einer anderen Sprache. Für einen Nicht-Muttersprachler entsteht gesteigertes Interesse nur durch den kognitiven Aufwand sich in eine andere Sprache – die man vielleicht auch etwas bewundert – hineinzudenken und dadurch mehr Areale im präfrontalen Cortex zu aktivieren, die wiederum das Belohnungssystem aktivieren, weil man einen Denkschritt mehr absolvieren musste und dadurch mehr Spaß am Lesen hat. Nicht wirklich pointierter.

  5. Oliver sagt:

    Ich dachte mir so etwas. Aber ich glaube trotzdem, dass es nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass gerade das ausgeprägtere popkulturelle Bewusstsein in den USA schon eine Rolle spielt. Da haben sich etwa einfach wesentlich früher Wege etabliert, humorvoll und locker über etwa Film und Musik zu reden und zu schreiben. Wenn man in Deutschland etwa einen Popkultur-Autoren wie Rainald Goetz nimmt, wird man feststellen, dass der Zugang zum Objekt da ein ganz anderer ist. (Dass es auch in Deutschland Menschen gibt, die witzig schreiben können, und in den USA welche, die das nicht können, ist ja klar.)

    Aber klar, dass mir Englisch einfach gut gefällt, ich manche Begriffe und Phrasen sehr mag und dieses Gefallen meine Haltung zum Geschriebenen beeinflusst, kann ich nicht in Abrede stellen.

  6. Marcos sagt:

    Nicht zuletzt dafür schätze ich Dich. 🙂

    Wenn wir mal wieder sprechen (ich hoffe die nächsten Tage), dann würde ich mich sehr über ein paar Ausführungen zu Shakespeare und der Entwicklung der englischen Sprache seitdem freuen. Du hast mir da mal in einer bierseeligen Stimmung (ich glaube im Karate-Klub-Meier) Lust drauf gemacht.

    Auf jeden Fall weitere energetische Unterstützung (ironiefrei) für Dein große Ninja-Vorhaben. 🙂

  7. rrho sagt:

    Livebloggen kann m.E. (ohne persönliche Erfahrung) ganz gut funktionieren, aber womöglich nicht über einen so lange zusammenhängenden Zeitraum hinaus, bei einem doch recht monothematischen Projekt – irgendwann gehen einem die Ninjawitze auf. Wahrscheinlich ließe sich das Aufpeppen, wenn man nicht alleine bloggt, sondern mit anderen (auch wechselnden) Personen zusammen schaut – wahlweise auch örtlich getrennt, aber den gleichen Film gleichzeitig.

    Ich finde das Projekt jedenfalls *sehr* interessant – wenn Du das durchziehst, wäre ich danach an einem Interview interessiert. 😉

    • Oliver sagt:

      Ja, das befürchte ich eben auch. Das Co-Bloggen wäre natürlich ne Alternative, aber für dieses Projekt kommt das nicht in Frage; ist mir einfach zu viel organisatorischer Aufwand. Außerdem kommt das dann wieder so akademisch. Mir geht es ja gerade um den bizarren Selbstversuch.

      Viellicht wechsle ich auch einfach, je nach Lust und Laune. Muss ja nicht jeder Text dem gleichen Modus folgen. Mal sehen.

      An einem Interview bin ich auch interessiert. Bin nämlich ne kleine Rampensau. 🙂

  8. Doc Savage sagt:

    In Sache Liveblogging hätte ich da einen Link parat:
    http://daron-zoinco-of-the-saefkows.blogspot.com/search/label/notizen

    Sind mehrere gleich mehrere Beiträge zu dem Thema. Vielleicht hilft dir das weiter.

    Ansonsten: Viel Glück bei diesem Projekt! Du wirst es brauchen. Einen ähnlichen Marathon hab ich ebenfalls bereits hinter mir. Der liegt zwar nun schon ein Jahre zurück, aber das Traumata haben immer noch nicht alle damalig Anwesenden überwunden… von Opfern im laufe des Abends ganz zu schweigen (anfangs waren wir 6 an der Zahl, nach 4 Filmen nur noch 2).

  9. Oliver sagt:

    Danke für den Link und die Glückwünsche! Ich bin dir gegenüber deutlcih im Vorteil: Ich kann nicht weniger werden. 🙂

  10. Marcos sagt:

    Aber Du könntest einschlafen. Und Du wirst, denn außer mit genügend Bier am Start sind die Filme (zumindest in so großer Zahl) kaum zu ertragen.

    • Doc Savage sagt:

      Kommt sicherlich auf die Auswahl an. Schon mit einem falsch ausgewählten Film kann man sich gehörig den Magen verderben. Bier ist auch nicht unbedingt die beste Wahl. Knülle werden die Streifen nämlich nur immer und immer noch schlimmer. Und da es ja auch um ein bewusstseinserweiterndes Erlebnis werden soll, empfehle ich einen beliebigen Energiedrink mit Koffeeintabletten!

      • Marcos sagt:

        Ist bei mir genau andersrum. Da meine Frau und ich während der Betrachtung eines Filmes eine geradezu feindliche Aversion dem Biergenuss gegenüber habe, sowie auch gegenüber jeder anderen Verwendung stimmungsaufhellender Substanzen, haben wir festgestellt, dass wir das Spaßniveau bei der Betrachtung mehrerer Filme aus dem C-Film-Bereich dadurch steigern können, dass wir Bier dazu trinken. Dadurch hat sich bei uns der Terminus „Bier-Film“ eingebürgert . Das hin und wieder unaufmerksam sein oder sogar wegdämmern führt dann zu interessanten kognitiven Verschiebungen, die beim Versuch des Erinnerns den Spaß an der Betrachtung nur noch steigern.

        Kaffee oder ähnliche den Sympathikus stimulierende Substanzen sind, zumindest für eine Bewusstseinserweiterung, eher kontraproduktiv, da sie durch die Noradrenalin-Hemmung ein nach außen gerichtetes Verhalten evozieren. Man ist dann zwar wach und kann viele Filme sehen, doch sind die kognitiven Ressourcen sehr stimulusselektiv und weniger breit gestreut. Einfacher ausgedrückt: Man sucht schnell nach einem roten Faden, den man gut und intensiv verfolgen kann. Nicht nach mehreren Fäden (was der Bewusstseinserweiterung näher kommt) die man von Film zu Film zu einem Netz spinnen kann. Auch wird bei Kaffee, Kokain, oder anderen stimulierenden Substanzen das Schematadenken zu schnell aktiviert, was bei der Betrachtung solcher Film zu einem noch schnelleren seriellen Effekt führen kann als würde man die Filme völlig klar und nüchtern gucken.

        Völlig klar wäre eigentlich am besten, aber ein wenig kenne ich ja auch Ollis Rezeptionsgewohnheiten. 😉

  11. Oliver sagt:

    Ach, das Problem habe ich ja auch bei anderen Filmen, damit kann ich umgehen. Gegebenenfalls wird mit einer explosiven Cola-Kaffee-Mischung gekontert.

  12. Oliver sagt:

    OK, Marcos ist mir zuvorgekommen. Also hilft nur eins: Gut ausgeschlafen sein, möglichst früh anfangen und entweder gar keins oder aber viel Bier trinken. Mal sehen. Werde den ersten Film definitiv (ähem …) nüchtern sehen und dann mal schauen …

  13. Marcos sagt:

    Solltest Du tatsächlich viel Bier trinken, wäre Doc Savages Vorschlag natürlich absolut legitim. Dann wäre ein koffeinhaltiger Muntermacher oder Energy-Drink eher ratsam. Mit der Zeit findest Du dann schon das enstprechende Gleichgewicht.

  14. Oliver sagt:

    Ist fast ein bisschen wie in einer Frauenzeitschrift hier. Welchen Salat passt wohl am besten zum Ninjafilm? Und zwischendurch Pilates oder doch eher Callanetics? 😀

  15. […] wird ernst: Der vor einiger Zeit von mir angekündigte Ninja-Marathon hat jetzt einen Starttermin. Am Freitag, den 29.10.2010, wird der Spaß in den […]

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