death by dialogue (thomas dewier, usa 1988)

Veröffentlicht: Oktober 5, 2010 in Film
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Ein in den Seiten eines Drehbuchs gefangener, zorniger Geist treibt auf einem verlassenen Filmset sein Unwesen und bringt Menschen um …

Zum Auftakt meiner demnächst in loser Folge stattfindenden (und natürlich höchst unvollständigen) Troma-Reihe gibt es mit DEATH BY DIALOGUE einen kleinen stulligen Horrorfilm, der von Troma nur vertrieben wurde und hinter dem tatsächlich die später zu Königen des DTV-Actionfilms avancierten Richard Pepin und Joseph Merhi als Produzenten stehen. DEATH BY DIALOGUE ist wahlweise schlimmster oder schönster Achtziger-Horrorkäse (ich tendiere zu letzterem), veredelt durch schlecht frisierte Schauspieler in potthässlichen Klamotten, einen Ohrenkrebs verursachenden Hardrock-Soundtrack, ein rammdösiges Drehbuch, das aus der eigentlich recht originellen Grundidee nur wenig zu machen weiß, putzige Splattereffekte, auf Hochglanz polierte Silikonbrüste und haufenweise beknackte Einfälle, die mit bescheidenem Budget realisiert wurden. Das größte Manko des Films – den man eigentlich gar keiner sachlichen Kritik unterziehen sollte, weil man dann kein Ende fände – ist, dass er keinen kohärenten Modus operandi für seinen Spuk etabliert, sondern ganz nach Lust und Laune vorgeht. So liest das erste Opfer des Films im geheimnisvollen Drehbuch noch von seiner bevorstehenden Ermordung, die dann auch just in der Realität stattfindet, während die später anreisenden Teeniecharaktere „einfach so“ gekillt werden. Nicht allerdings, ohne dem Killer durch ein Gespräch über mögliche Todesarten Hinweise bezüglich zu präferierender Mordmethoden gegeben zu haben. Im kurz aufeinanderfolgenden Doppelschlag der Ermordung eines poppenden Pärchens findet DEATH BY DIALOGUE dann auch seinen unbestrittenen Höhepunkt: Erst wird sie (Silikonbrüste) beim Sex aus dem Obergeschoss einer Scheune katapultiert, dann rennt er (Idiot) desorientiert durch den Wald, wo er einer asynchron playbackenden Hardrockband begegnet, deren Gitarrist ihm mit einem beherzten Hieb seines Instruments den Quadratschädel spaltet. Später tritt dann noch ein Dämon/Zombie (?) mit Zweihänder auf, in dessen Gefolge zwei infermalische Zombie-Motorradrocker gefährliche Feuerstunts ausführen, einfach nur, weil sie es können und es gut aussieht. (Dass der Geist mal ein Journalist war, wirft die Frage auf, in welchen Kreisen der sich denn zu Lebzeiten bewegt hat.) Begreift man DEATH BY DIALOGUE als trashige Nummernrevue, zu der man reichlich Dosenbier verköstigt, funktioniert der ganze Schabernack ziemlich prächtig und man kann sogar darüber hinwegsehen, dass die Drehbuchprämisse dem Film rein gar nichts bringt. Irgendwann erinnert sich der Autor mal wieder daran, dass da ja was war mit Drehbuch und so und lässt seine Protagonisten auf die kluge Idee kommen, das Script so umzuschreiben, dass sie dem Spuk entkommen können. Eigentlich eine schöne Idee, dumm nur, dass die „Helden“ dabei so wenig Kreativität an den Tag legen wie RTL bei seiner Programmgestaltung: Anstatt sich selbst Superkräfte oder dem Geist heftigen Durchfall anzudichten, fällt ihnen nichts besseres als ein lahmer Stromausfall ein, damit sie das elektrische Tor gefahrlos öffnen können, das ihnen den Fluchtweg versperrt. Und weil das dann nicht klappt, an besagtem Tor ein wütendes Pappmaché-Monster lauert, lassen sie es auch gleich wieder bleiben. Verfehlungen dieser Art machen den Film aber überhaupt erst liebenswert: Er ist von wahrhaft kindlichem Gemüt und denkt sich deshalb bestimmt nix Böses, wenn er sämtliche zu verrichtenden Drecksarbeiten dem einzigen Schwarzen des Films anhängt. Gespielt wird der übrigens von Ken Sagoes, der in NIGHTMARE ON ELM STREET 3 und 4 mitwirkt, was dem oben abgebildeten Videocover Stoff für eine herrlich reißerische Werbezeile liefert. Regisseur Dewier hat nach einem weiteren Film wohl eingesehen, dass Regieführen nicht so sein Ding ist und ist heute ein überaus gut beschäftigter Stunt Coordinator, dessen Filmografie sich ziemlich beeindruckend liest. Und Laura Albert, die Darstellerin mit den hübschen Silikonbrüsten hat es ihm gleichgetan und ist ihrerseits gefragte Stuntfrau. Von nix kommt manchmal also doch was.

Kommentare
  1. […] mir auf dem Cover meiner „Toxie’s Triple Terror“-Box (PLAY DEAD wird wie DEATH BY DIALOGUE von Troma vertrieben) weismachen will, der zweimalige Regisseur Peter Wittman sei ein […]

  2. […] schon DEATH BY DIALOGUE wurde auch EPITAPH (aka MOMMY’S EPITAPH) von Richard Pepin und Joseph Merhi produziert und […]

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