night visitor (rupert hitzig, usa 1989)

Veröffentlicht: Oktober 19, 2010 in Film
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Billy Colton (Derek Rydall) gilt in seiner Schule als Störenfried und notorischer Lügner. Folglich glaubt ihm auch niemand, als er erzählt, dass er gesehen habe, wie seine Nachbarin, die Prostituierte Lisa (Shannon Tweed), von seinem Geschichtslehrer Mr. Willard (Allen Garfield) erdolcht worden sei. Bei diesem handelt es sich jedoch tatsächlich um einen praktizierenden Satanisten, der dem Gehörnten gemeinsam mit seinem zurückgebliebenen Bruder Stanley (Michael J. Pollard) eine ganze Reihe von weiblichen Opfern dargebracht hat. Weil Billy in Lebensgefahr schwebt und keine Hilfe von der Polizei zu erwarten hat, wendet er sich in seiner Verzweiflung an den ehemaligen Polizisten Ron Devereaux (Elliott Gould) …

Ein Film über einen satanischen Nuttenmörder, der von einem Schuljungen auf frischer Tat ertappt wird. Was hätte man daraus machen können! NIGHT VISITOR beginnt dann auch zunächst als durchaus muntere Variation auf Filme wie Hitchcocks REAR WINDOW oder auf dessen bereits exploitativ gebrochene Adaptionen wie De Palmas  BODY DOUBLE oder Tom Hollands FRIGHT NIGHT. Hitzig baut seine Geschichte sorgfältig auf, führt erst seinen Protagonisten ein, dessen Charaktereigenschaften für den Konflikt des Films von zentraler Bedeutung sind, und kann zudem auf eine recht illustre Besetzung zurückgreifen. Schon hier kommt NIGHT VISITOR letztlich zwar nicht über belangloses Entertainment hinaus, doch zumindest das gelingt ihm: Und der Achtzigerjahre-Zeitkolorit trägt – für mich – nicht unerheblich dazu bei. Doch leider gelingt es Hitzig danach einfach nicht, das Tempo zu forcieren. Der Film plätschert endlos vor sich hin, ohne dass er sich vorwärts bewegen oder auch nur die Bedrohung für die Hauptfigur plausibel und spürbar machen würde. Nur ein einziges Mal hat man den Eindruck, dass Billy wirklich in Gefahr schwebt, und das ist dann auch gleich die beste Szene des gesamten Films. Und Elliott Gould, der in den Credits als Hauptdarsteller geführt wird, taucht nach seinem ersten Auftritt, der endlich einen Fortschritt der Handlung verspricht, wieder für eine ganze Weile ab, bis er sich dann irgendwann doch noch daran erinnert, in entscheidender Funktion mitwirken zu müssen. Das ist alles umso ärgerlicher, als NIGHT VISITOR niemals so richtig schlecht ist. Inszenatorisch ist er zwar höchstens bieder, aber immerhin sauber, und die Besetzung verleiht dem Stoff ein Profil, das Hitzig niemals für sich arbeiten zu lassen weiß. Der größte Fehler, den er aber begeht, ist der völlige Verzicht auf exploitative Elemente (mit Ausnahme ein paar entblößter Brüste), sodass es einfach nichts gibt, was aus der Langeweile herausstechen und das einmal erloschene Interesse wieder wachrufen würde. Und für einen ernst gemeinten Thriller, der Hitzig wohl vorschwebte, sind sowohl die Geschichte zu blöd als auch Hitzigs inszenatorisches Geschick zu wenig ausgeprägt. Und wenn man dann am Ende auch noch zwei völlig sinnlose Minuten lang der poprockunterlegten Harmonie zwischen Billy und seiner Flamme beiwohnen muss, denen ein putziger Pudel bedeppert nachschaut, weiß man endgültig: Das war leider gar nix. Und ich werde als nächstes THE TOXIC AVENGER schauen, weil ich nach diesem grauen Anzug von einem Film das dringende Bedürfnis nach saftigem Fleisch habe.

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