delitto al blue gay (bruno corbucci, italien 1984)

Veröffentlicht: Oktober 28, 2010 in Film
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In der Transvestiten-Bar „Blue Gay“ wird einer der männlichen Tänzer erwürgt aufgefunden. Nico Giraldi (Tomas Milian) erhält den Auftrag, sich ins Schwulenmilieu einzuschleichen, um herauszufinden, wer der Mörder ist …

Der letzte Film um Nico Giraldi hieß bei uns EIN SUPERESEL AUF DEN KU’DAMM, weil die letzten 20 bis 30 Minuten des Films in Berlin spielen und vor allem Kurfürstendamm und Gedächtniskirche ein paarmal dekorativ ins Bild gerückt werden. Interessanter als diese Tatsache sind jedoch die kleinen Genderdiskurs-Rauchbomben, die der Film wirft. Die Verpflanzung Giraldis ins Schwulenmilieu überrascht zunächst mal gar nicht, weil der Cop allem südländischen Machismo zum Trotz in der ganzen Reihe durchaus auch feminine Züge trägt: Den Kajalstift, mit dem seine Augen umringt sind, mag man noch als kleine Extravaganz der Make-Up-Abteilung entschuldigen, doch es ist auffällig, wie gern sich Giraldi selbst aufbrezelt, tanzt und wie selbstverständlich er vor allem mit Homosexuellen umgeht. Keine Spur von Homophobie oder Berührungsängsten. Dass er ausgerechnet seinen Freund Venticello (Bombolo) ausgewählt hat, seine Ehefrau zu spielen, damit er vor der leicht übergriffigen Madame Colombo Lamar geschützt ist, ärgert ihn dann auch, als er bemerkt, dass der in Frauenkleidern aussieht wie eine „Quetschkommode“. Und um die Frage nach der sexuellen Präferenz der Protagonisten vollends unbeantwortbar zu machen, spielt Venticello die eifersüchtige Gattin einfach viel zu gut, als dass man nichts dahinter vermuten würde.

DELITTO AL BLUE GAY unterhält also sehr fein und mit etwas mehr „Tiefgang“ als in den beiden zuvor besprochenen Filmen, trotzdem funktioniert auch er als erstes mal als Zeitmaschine in die Achtzigerjahre und natürlich als lupenreiner Giraldi-Film: Und somit werden hier vor allem Freunde des deftigen Humors ihre Freude haben, denn der arme Venticello muss wieder einiges einstecken. Ich habe  mehrfach herzlich gelacht und hoffe, dass die noch ausstehenden vier Giraldis in Deutschland noch auf DVD nachgereicht werden.

Kommentare
  1. Ui! Friedkin’s „Cruising“ (1980) all’italiana! Mussten denn auch ein paar „ff“-Szenen (und mit „ff“ meine ich nicht ein Filmforum!) rausgeschnitten werden? 😉

  2. Funxton sagt:

    Was bedeutet denn „FF“ im Fachjargon? Futt-Ficken? Fuß-Fäule?? Ferde-Flaume???

    @ Oli: Die fehlenden Maronis gibt’s exklusiv bei mich, äh mir (exklusiv stimmt nicht ganz, habe sie von Marcos ;-)).

  3. Äh – im Fachjargon hat es etwas mit „fist“ zu tun. Und da ich Oliver nicht zusätzliche Leser aus einer bestimmten Ecke bescheren will, überlasse ich den Rest deiner Phantasie. 🙂

  4. Oliver sagt:

    @ Funx:

    Ich weiß. 😉

    @ Whoknows

    Ich hatte das gleich verstanden. 🙂 Und Leser nehme ich aus allen Ecken, auch wenn ich selten Filme mit ff-content schaue. Vielleicht muss ich langsam doch mal CALIGULA gucken …

  5. Funxton sagt:

    @ „Caligula“: Unbedingt, mein Lieber, der ist nur toll. Und am besten gleich noch „Salon Kitty“ hinterher, danach fühlt man sich regelrecht, als habe man in einer marmornen Wanne voller Exkremente gebadet.

    • Oliver sagt:

      Liegt griffbereit. Leider aber nur die lange Fassung mit dem Hardcorekram, nicht de DC, wenn ich die Hülle richtig interpretiere.

      • Caligula? – Quatsch! Solche Dinge vollzieht man am lebenden Objekt. Funxton, leg dich in den Sling! Nach dem „ff“ kriegst du gleich noch eine schöne Dusche mit „NS“ verpasst.

        Und wenn wir jetzt unserem Blogger nicht zusätzliche Leser beschert haben, weiss ich mir auch nicht mehr zu helfen (ich kriegte seinerzeit schon nach meiner Besprechung von „Welthund“ Besucher, die Hunde Dinge mit Frauen erledigen sollten, auf die wir lieber nicht näher eingehen).

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