squadra antimafia (bruno corbucci, italien 1978)

Veröffentlicht: Oktober 28, 2010 in Film
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Während einer Gefängnisrevolte wird ein Häftling von einem Polizisten erschossen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, stellt sich heraus, dass der Häftling ein Mafiosi und der Polizist ein Auftragskiller war. Um den Mord aufzuklären wird Nico Giraldi (Tomas Milian) nach New York geschickt, um sich dort in die Organisation von Gerolamo Giarra (Eli Wallach) einzuschleichen. Als er dessen Leben rettet, genießt er sein uneingeschränktes Vertrauen. Aber wie lange wird es dauern, bis Nicos Identität auffliegt?

Das Fazit vorweg: Wer Nico Giraldi und die Filme um ihn herum mag, der wird auch SQUADRA ANTIMAFIA mögen, aller möglicher „Mängel“ zum Trotz. Manchmal wünschte ich mir zwar einen Nico-Giraldi-Film mit reduziertem Klamaukanteil, würde den Polizisten gern mal in einem ernsteren Film sehen, aber dann muss ich auch wieder zugeben, dass der ans Burleske grenzende Ton der ganzen Reihe schon Sinn macht. In dieser immerhin auf elf Filme kommenden Serie darf sich das römische Proletariat diebisch darüber freuen, dass einem von ihnen nicht nur der Schritt auf die richtige Seite des Gesetzes gelungen ist, sondern er mit seiner schnoddrigen Art auch sonst überall hinkommt. In ANTIMAFIA erringt er das Vertrauen des Paten von New York, obwohl er sich wie ein ungehobelter Klotz benimmt und sogleich Streit mit dessen Männern anfängt. Aber Frechheit siegt und deshalb wird Giraldi auch (fast) überall geliebt, wo er hinkommt: Hier etwa von seiner Cousine und Maria Sole (Margherita Fumero), der hässlichen Tochter des Paten, was einer der blöderen Running Gags des Films ist. Hier gibt es dann aber durchaus einen Bruch in diesem sonst so heiter-unbeschwerten Film: Dass Giraldi ein unverschämter Glückspilz ist mit seiner großen Klappe, macht Corbucci in einem ziemlich bitteren Finale klar, das mir erstmal die Spucke wegbleiben ließ. Natürlich endet alles wie gewohnt auf einer beschwingten Note, aber man hat einen Eindruck erhalten, wie es mit diesem gegen jede Vernunft agierenden Cop auch ausgehen könnte. Eine „Kontingenzerfahrung“ nennt man das wohl.

Kurz: SQUADRA ANTIMAFIA ist ein amüsanter Beitrag zur Reihe, der die schwache Fortsetzung SQUADRA ANTIGANGSTERS, in der Giraldis New-York-Familie samt Maria Sole (seufz …) nochmal vorkommt, nicht wirklich gebraucht und auch nicht verdient hat.

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