class of nuke ‚em high (richard w. haines/michael herz, usa 1986)

Veröffentlicht: November 1, 2010 in Film
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Die Tromaville High School liegt in Spuckweite vom örtlichen Atomkraftwerk und ist deshalb von dortigen Betriebsunfällen und Sicherheitslecks meist als erstes betroffen. Als die „Cretins“, eine üble Schulgang, radioaktiv verseuchte Joints an der High School verteilt, nimmt das Übel seinen Lauf: vor allem für das Liebespärchen Chrissy (Janelle Brady) und Warren (Gil Brenton), das kräftig an der Tüte zieht …

Sieht man mal von Filmen wie MOTHER’S DAY oder COMBAT SHOCK ab, die zwar auch unter dem Troma-Label firmieren, sich vom gemeinen Tromafilm aber doch erheblich unterscheiden (letzterer ist von Troma ja auch nur vertrieben worden), dann gehört CLASS ohne Wenn und Aber zum Besten, was das streitbare Indielabel je produziert hat. Ein harmloser Quatsch zwar, aber ein durchweg unterhaltsamer, hier und da wirklich witziger und vor allem ordentlich inszenierter, der seinem Publikum wirklich etwas bietet. Im Gegensatz etwa zu THE TOXIC AVENGER PART II sichert sich CLASS nicht in alle Richtungen ab, indem er ständig seine eigene Blödheit vor sich herträgt und sich so gegen jede Kritik immun macht. Er macht sich vielmehr angreifbar, indem er tatsächliches Interesse sowohl an seiner Geschichte als auch an seinen Charakteren zeigt.

Richtig gehört, mit Chrissy und Warren gibt es zwei sympathische Identifikationsfiguren, die den Film erden und dafür sorgen, dass die Idiotie nicht Überhand nimmt. Und weil da zwei normale Menschen an der Nuke ‚Em High rumlaufen, wirkt auch der Troma-Schabernack etwa um die durchgeknallten Cretins viel stärker. Wo in THE TOXIC AVENGER einfach alles bescheuert ist, man nichts ernst nehmen kann und folglich irgendwann das Interesse verliert, da bricht das Absurde hier immer nur zeitweise durch. Mehr als nur ein spaßig-übertriebener Comic-Ort, ein durchgeknalltes, verzerrtes Spiegelbild der USA wird Tromaville für Chrissy und Warren so zur Albtraumstadt, in der ein „normales“ Leben, das sie eigentlich führen wollen, unmöglich ist. In jeder Totalen der Highschool mahnt der unweit stehende Kühlturm, dass das schöne Leben hier jederzeit vorbei sein kann. Und diese Bedrohung manifestiert sich dann auch körperlich, als Chrissy nach Genuss des Joints ein Monster gebiert, das in der Folge die Cretins dezimiert.

Dass CLASS OF NUKE ‚EM HIGH qualitativ weit aus dem Troma-Kanon heraussticht, merkt man auch daran, dass der Film heute noch ganz gut funktioniert und er sich zudem viel einfacher in das Filmschaffen seiner Zeit einsortieren lässt (ich muss nicht nur wegen des Titels immer an Lesters CLASS OF 1984 oder dessen Sequel denken), als andere Troma-Filme, die ja doch irgendwie in ihrer eigenen Filmgalaxie weit, weit draußen „leben“.

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