tuff turf (fritz kiersch, usa 1985)

Veröffentlicht: November 13, 2010 in Film
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Morgan (James Spader) zieht mit seinen Eltern aus dem wohlhabenden Connecticut ins strukturschwache L. A., weil sein Vater (Matt Clark) seinen Job verloren hat. Auf der Schule gerät er – ein Junge, der dem Ärger nicht gerade aus dem Weg geht – sofort mit der Gang von Nick (Paul Mones) aneinander, zu der auch die süße Frankie (Kim Richards) gehört. Zwischen den beiden entspinnt sich schließlich eine Liebesbeziehung, was Nick natürlich gar nicht gern sieht …

TUFF TURF ist ein idealer Double-Feature-Partner für den zuvor von mir gesehenen DANGEROUSLY CLOSE, weil beide das für die Achtzigerjahre so typische Teenie/Highschool-Sujet mit einem sozialkritischen Impetus versehen. TUFF TURF, der auf die beachtliche Laufzeit von 110 Minuten kommt, gelingt dies aber deutlich besser als seinem Genossen, weil er sein Thema bis zum Ende durchhält und sich nicht auf Nebenkriegsschauplätzen verzettelt. Zwar lässt sich Kiersch auf Morgans Seite und damit auf der bequemeren nieder, dennoch muss man einräumen, dass die Aschenputtel-Naivität, die man aus anderen Achtzigerfilmen mit vergleichbarem Thema kennt, in TUFF TURF ziemlich absent ist. Was natürlich auch daran liegt, dass der Reiche hier ein Ex-Reicher ist: In Wirtschaftskrisenzeiten mag man durchaus darüber schmunzeln, dass Morgans Vater im Immobiliengewerbe tätig war, bevor ihn die Pleite ereilte.

Vorbild für TUFF TURF ist ohne Zweifel WEST SIDE STORY mit seinen rivalisierenden Gangs, der grenzüberschreitenden Liebe und den handgreiflichen Auseinandersetzungen – aber auch mit seiner Musikalität. Entscheidende Szenen werden in TUFF TURF musikalisch aufgelöst: Die erste Annäherung zwischen Morgan und Frankie findet bei einem Konzert statt (es spielen: Jim Carroll und Band!), dessen gut gelaunte Besucher angeheizt von der Musik in eine Choreografie verfallen, die zum Glück nie ganz die natürliche Spontaneität einbüßt; der Funke zwischen beiden springt über, als Morgan ihr ein Ständchen am Klavier bringt; sie verdreht ihm vollständig den Kopf als sie in einem Nachtclub einen wilden Tanz hinlegt, der alle anderen Besucher zu Statisten degardiert. Dieser Aspekt verleiht dem Film mit seinem doch recht schweren Thema eine gewisse Leichtigkeit – und vor allem eine ganz eigene Note, die ihn von anderen Teeniefilmen seiner Zeit abhebt.

TUFF TURF war mir bislang überhaupt kein Begriff. Möglicherweise ist der Film für Klassiker- oder Kultstatus zu lang, zu ernst, zu eigen. Keine Ahnung, denn zu rechtfertigen ist sein geringer Bekanntheitsgrad eigentlich nicht. Mir hat er ausgezeichnet gefallen und ich darf hier wieder einmal eine Wiederentdeckung anordnen. Zumal es ja auch eine schöne Anchor-Bay-DVD gibt, auf der der feine Soundtrack richtig knackt. Und dass Kim Richards ein ziemliches Schnuckelchen ist, schadet auch nicht.

 

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Kommentare
  1. […] die in den Achtzigerjahren oft adressiert wurde – siehe hier etwa (den viel, viel besseren) TUFF TURF oder auch DANGEROUSLY CLOSE –, wird von Hughes allerdings eher plump behandelt: Man könnte den […]

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