don’t open the door (s. f. brownrigg, usa 1975)

Veröffentlicht: November 18, 2010 in Film
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Als Amanda Post (Susan Bracken) erfährt, dass ihre Großmutter im Sterben liegt, kehrt sie sofort in das Haus zurück, in dem síe vor 13 Jahren als Kind ihre ermordete Mutter auffand. Vor Ort muss sie entsetzt feststellen, dass ihre Großmutter vom zuständigen Arzt weniger behandelt als vielmehr sediert zu werden scheint, und ihre diesbezüglichen Fragen werden von Judge Stempel (Gene Ross), der Interesse an dem alten Haus hat, kurz und knapp mit dem Hinweis beantwortet, sich doch aus fremden Angelegenheiten rauszuhalten. Als dann auch noch ein obszöner Anrufer, der sich als Mörder derMutter ausgibt, beginnt, Amanda zu terrorisieren, spitzen sich die Ereignisse zu …

S. F. Brownriggs preiswerter Irrenanstaltsschocker DON’T LOOK IN THE BASEMENT zählt zu meinen Lieblingen des schundigen US-Horrors der Siebzigerjahre (und ich müsste ihn dringend auffrischen), nicht zuletzt weil ihm sein Setting reichlich Anlass gibt, amüsante psychische Deformationen zur Schau zu stellen, die die gebotene visuelle Tristesse mehr als aufwiegen. DON’T OPEN THE DOOR ist insgesamt etwas bodenständiger und aufgeräumter, wenngleich es auch ihm nicht an makabren Details mangelt. Das Puppenmotiv, das sich von Beginn an durch den Film zieht, beschwört Parallelen sowohl zu TOURIST TRAP als auch zu Lustigs MANIAC und die Identität des Killers lässt unweigerlich an PSYCHO denken, während DON’T OPEN THE DOOR sonst eher als Spagat zwischen Spukhaus-Film, American Gothic und Protoslasher anzusehen ist: eine bunte Mischung also. Brownriggs Film darf durchaus als gelungen bezeichnet werden, verfügt über eine sehr ordentliche Inszenierung, die die Räume des unheimlichen Hauses ins passend schummrige Licht rückt und ist trotz seines vermutlich kümmerlichen Budgets erstaunlich gut gespielt. Dass ihm der größere Erfolg dennoch verwehrt bleibt, liegt meines Erachtens vor allem in einigen handlungsstrukturellen Fehlentscheidungen begründet (die man aber auch gut und gern als bewusst, originell und somit als Stärken bezeichnen kann): Die Story erstreckt sich über einen sehr kurzen Zeitraum von zwei, maximal drei Tagen, was nach meinem Empfinden zu kurz ist, um den existenziellen Druck auf die Hauptfigur auszuüben, der sich im bitteren Finale entlädt. Schon kurz nach ihrer Ankunft wird Amanda von dem Anrufer belästigt und es gibt im Folgenden keine echte Steigerung mehr, was das bedrohliche Potenzial dieser Anrufe angeht. Der Film ergeht sich danach im Grunde in Wiederholungen und kommt zu schnell zum erwähnten Ende, das daher nicht so recht zu überzeugen vermag. Um das Abgleiten einer Person in der Wahnsinn glaubhaft zu machen, bedarf es Geduld, eines langsamen, stetigen Drehens an der Spannungsschraube, einer kontinuierlichen Entwicklung. In DON’T OPEN THE DOOR nimmt Brownrigg die Abkürzung: Das ist durchaus verständlich, raubt dem Film aber einiges an Wirkung. So bleibt ein atmosphärischer, eigenwilliger Schocker, der durchaus gute Unterhaltung bietet, sein Ziel aber dennoch ein Stück verfehlt.

Kommentare
  1. […] angehauchter Psychothriller um einen derangierten Geist, der – wie schon der direkte Vorgänger DON’T OPEN THE DOOR – die geistige Nähe zu Hitchcocks PSYCHO kaum verleugnen kann. (Wer glaubt, dass sei ein […]

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