the adventures of ford fairlane (renny harlin, usa 1990)

Veröffentlicht: Dezember 9, 2010 in Film
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Ford Fairlane (Andrew Dice Clay), selbsternannter „Rock’n’Roll Detective“, ermittelt in Fällen in der Musikbranche und hat selbst Rockstar-Status – nur macht sich das nicht auf seinem Konto bemerkbar. Kurz nachdem Bobby Black (Mötley-Crüe-Sänger Vince Neil), Frontmann der Hardrock-Gruppe „The Black Plague“, auf der Bühne tot zusammenbricht, wird Ford von seinem alten Kumpel, dem Radio-DJ Johnny Crunch (Gilbert Gottfried) beauftragt, seine verschollene Tochter Zuzu Petals zu finden. Die Suche führt Ford Fairlane zum Plattenmogul Julian Grendel (Wanye Newton) und dessen Geliebter Colleen Sutton (Priscilla Presley), konfrontiert ihn mit einem sadomasochistischen Killer (Robert Englund), vielen hübschen Frauen und hochexplosiven Sprengsätzen …

Hätte ich THE ADVENTURES OF FORD FAIRLANE zum Zeitpunkt seines Erscheinens gesehen, ich wäre ihm wahrscheinlich mit Haut und Haaren verfallen und heute völlig unfähig, ihn auch nur halbwegs objektiv zu beurteilen. Davon bin ich felsenfest überzeugt, weil ich mich noch lebhaft an seinen Trailer erinnere, der mich mit seinem eigentlich recht doofen Morgenständer-Kalauer sehr zum Lachen brachte. So aber habe ich Renny Harlins dritten großen US-Film nach NIGHTMARE ON ELM STREET 4 und DIE HARDER erst jetzt gesehen, in einem Alter, in dem man für Zoten und vermeintlich coole Sprüche nicht mehr ganz so empfänglich ist, und das Urteil fällt dann auch drei Nummern nüchterner aus, als es aus dem Munde eines Vierzehnjährigen geklungen hätte: THE ADVENTURES OF FORD FAIRLANE ist eine ziemlich harmlose Krimikomödie, der mit ihrem Star – einem für seine Vulgarismen und Publikumsbeschimpfungen berühmt-berüchtigten Stand-Up-Comedian – ein anstößiger Anstrich verpasst und die mit dicken Production Values auf Großereignis getrimmt wurde. Der Film erinnert nicht wenig an den fünf Jahre zuvor entstandenen, allerdings deutlich besseren FLETCH mit Chevy Chase als dreistem Journalist-Schrägstrich-Detektiv und gehört wie dieser einem Genre an, dessen damalige Popularität man sich heute nicht mehr recht erklären kann: Die nur nachlässig erzählte Krimihandlung bietet kaum mehr als einen oberflächlichen Anlass für die One-Man-Show ihrer meist überdrehten Protagonisten, die via Voice-over eine geistige Verwandtschaft zu den großen Private Eyes des Film Noir suggerieren, die in Anbetracht der Leichtigkeit ihrer Geschichten aber reichlich weit hergeholt und lediglich behauptet scheint. In diesem Fall ist das eben der unerträglich selbstverliebte Ford Fairlane, der mit breitestem New-York-Akzent spricht und jeden Satz mit einem meist schlüpfrigen Oneliner beendet, dessen Schlagfertigkeit er dann auch gleich selbst beklatscht und kommentiert, Katz-und-Maus mit seiner heißen Sekretärin spielt, die unterkühlt tut, ihrem Arbeitgeber aber in Wahrheit mit Haut und Haaren verfallen ist und dessen Eskapaden eifersüchtig verfolgt. Fords/Clays Manierismen und seine grenzenlose Selbstverliebheit, die in keinerlei Verhältnis zur Klasse des von ihm Gebotenen steht, sind dann auch eine Hürde, die zum Genuss des Films erst einmal genommen werden will. Bei mir hat das gut 20 Minuten gedauert, danach hat dann auch der Humor funktioniert. Aber wie gesagt: Um den Film wirklich toll zu finden, hätte ich ihn früher sehen müssen. So rettet ihn wenigstens noch die Nostalgie, die mich mit seiner Entstehungszeit verbindet und sich in Besetzung mit fast vergessenen Musikern wie eben Vince Neil, Tone Loc oder Morris Day und damals allgegenwärtigen Nebendarstellern wie David Patrick Kelly niederschlägt. Die schönste Rolle hat m. E. aber Ed „Al Bundy“ O’Neil abbekommen, dessen schlecht gelaunter, beschnurrbarteter Polizist auf eine gescheiterte Karriere als Discosänger und den einen großen Hit namens „Booty Time“ zurückblickt.

Kommentare
  1. MICK sagt:

    Einer derjenigen die ihn mit 14 gesehen haben ( ja, trotz der bösen, absolut unverständlichen 18er Freigabe ), bestätigen Deine Vermutung. Schöner Soundtrack, markige Sprüche und One-Liner, Ed O´Neil in seiner ( nach Al Bundy ) Rolle seines Lebens, Robert Englund in einer wirklich sehenswerten Rolle und selbst die Synchro von Tom Piper gefällt. 10 von 10 Booty Times

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