primal rage (vittorio rambaldi, italien/usa 1988)

Veröffentlicht: Dezember 14, 2010 in Film
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Der Wissenschaftler Ethridge (Bo Svenson) experimentiert an der Universität mit der Wiederbelebung toter Gehirnzellen bei einem Pavian. Als ein übermotivierter Student von diesem Pavian beim Versuch, ihn zu befreien, attackiert und gebissen wird, wird er Träger einer Krankheit, die alle Infizierten in blutrünstige Mörder verwandelt. Es liegt am smarten Sam Nash (Patrick Lowe), Menschenleben zu retten und die Ausbreitung der tödlichen Seuche zu verhindern …

Es ist schon erstaunlich, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen PRIMAL RAGE und dem ungleich berühmteren 28 DAYS LATER gibt. Doch wo Danny Boyle seine Geschichte mit den modernen Mitteln der intensified continuity zur a- und effektgeladenen Zombieapokalypse erhöht, da begnügt sich Vittorio Rambaldi, seines Zeichens Sohn von Effektzauberer Carlo, der hier auch die Splatterffekte beisteuerte, mit einem kleinen Exploiter im damals angesagten Teenager-Milieu. Es gibt keinen Grund, die Sachlage groß zu beschönigen: PRIMAL RAGE ist kaum mehr als ein typischer Vertreter des damals schon auf einem deutlich absteigenden Ast befindlichen Italohorrors, den man heute in erster Linie als besseren Trash goutieren kann. Die Crux dieses Films – und seiner Gesinnungsgenossen – ist, dass er sich viel zu stark am US-Markt orientiert, im direkten Vergleich aber immer als minderbemittelter Ableger erkennbar ist. Die nullgesichtige und mäßig begabte Schauspielerriege sagt schwachsinnige Dialoge auf und agiert im Bemühen, möglichst amerikanisch rüberzukommen, total übersteuert, monetäre Limitierungen führen dazu, dass die Glaubwürdigkeit mancher Szene arg unterwandert wird, Schlampereien, wie der putzige Rechtschreibfehler auf Sams Journalistenstipendium, das ihm für seine Leistungen im Bereich des „Journailsm“ verliehen wurde, lassen erahnen, wie viel Sorgfalt man hat walten lassen und dass es vor allem darum ging, schnell ein profitables Produkt auf den Markt zu schmeißen. Trotzdem kommt PRIMAL RAGE unterm Strich ein bisschen besser weg als besagte Verwandte: Das Finale mit den drei infizierten Jocks, die als Skelette verkleidet eine Halloween-Party aufmischen, ist tatsächlich recht spannend geworden, die blutigen Effekte nehmen nie zu viel Raum ein und sind deshalb umso überzeugender, und Patrick Lowe ist zwar kein großer und noch nicht einmal ein mittelmäßiger Mime, funktioniert aber immerhin als sympathische Identifikationsfigur, was man von zahlreichen anderen Torfnasen, die einem der Italohorror in seiner Spätphase so vorsetzte, wahrlich nicht behaupten kann. Hinzu kommt, dass PRIMAL RAGE recht temporeich ist und mit seinem – ebenfalls typischen – Score aus Synthiepop-, Metal- und Simonetti-Kompositionen gut Stimmung macht. Und noch nie wurde ein Rasensprenger effektiver eingesetzt als hier.

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