predators (nimród antal, usa 2010)

Veröffentlicht: Dezember 27, 2010 in Film
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Sprichwörtlich aus heiterem Himmel fallen sieben Soldaten und Mörder und landen in einem unwirtlichen Urwald, der sich bald schon als außerirdisches Sportjagdgebiet der gemeinen Predators erweist. Die lassen regelmäßig die Härtesten der Harten aus dem ganzen Universum bei sich einfliegen, um ihre eigenen Fähigkeiten zu schärfen. Royce (Adrien Brody) und seine Leidensgenossen müssen nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch noch einen Fluchtweg zur Erde finden …

Hmmm, so ganz verstehe ich nicht, warum PREDATORS so durchwachsene Reaktionen eingefahren hat. Klar, die schiere Power des 1987er Originals mit einem Arnold Schwarzenegger kurz vorm totalen Superstardom erreicht dieses Sequel nicht, aber mit dem zweiten Teil von Stephen Hopkins kann es Antals Film durchaus aufnehmen. Zwar lässt PREDATORS einen erkennbaren eigenen visuellen Stil vermissen, reiht sich vielmehr in die Grau-in-Grau-Tristesse des modernen Genrefilms ein, doch hat er dafür einige schöne Ideen und vor allem einige Härten aufzubieten, die den Fan bei Laune halten: Die Ausgangsidee (die etwas an CUBE oder auch dessen erfolgreicheren Epigonen SAW erinnert) passt gut in die auch von den ALIENS VS. PREDATOR-Filmen (von denen zumindest der erste sträflich unterbewertet ist, wie ich finde) ausgebaute Predator-Mythologie, Laurence Fishburne bringt mit seinem wahnsinnig gewordenen Survivor etwas Gravitas in den ansonsten vor allem auf Rasanz und Thrill ausgelegten Film und gegen Ende stellt das Drehbuch dann auch die richtigen Fragen: Inwiefern unterscheiden sich all die bis an die Zähne bewaffneten Soldaten, Söldner und Killer eigentlich von den außerirdischen Mordmaschinen? Und sind die Gekidnappten auf dem Planet der Predatoren nicht viel eher zu Hause als auf der Erde?

Was dem Film aber eindeutig fehlt, ist Ambition: Alle Beteiligten waren wohl damit zufrieden, einfach nur einen Genrefilm zu machen. Das ist ihnen, wie gesagt, durchaus gelungen, aber wenn man sich anschaut, wie die recht beachtliche Darstellerriege für eindimensionale Klischeefiguren mit maximal anderthalb Charakatereigenschaften und unsäglich hohle Dialogzeilen verheizt wird, trauert man schon etwas den verschenkten Möglichkeiten hinterher. Ein Walton Goggins etwa, der in THE SHIELD einen der fassettenreichsten Charaktere der Fernsehgeschichte verkörperte, hätte für seine erste große Filmrolle etwas Besseres verdient als seinen selten eindimensionalen White-Trash-Idioten. Adrien Brody hingegen, von Fanboys in vorauseilendem Gehorsam als Fehlbesetzung verspottet, macht sich als muskelbepackter, Oneliner ausspuckender Held wider Willen hingegen sehr ordentlich und braucht sich um sein zukünftiges Einkommen keine Sorgen zu machen. Wenn die chronisch unloyale Arthaus-Klientel ihn vergessen hat, kann er in knalligen DTV-Produktionen den Wesley Snipes machen. Ich freue mich darauf ebenso wie auf den nächsten Predatoren-Film.

Kommentare
  1. Thies sagt:

    Nach seiner blassen Vorstellung in Argentos unsäglichem „Giallo“ hatte ich mir schon Adrien Brodys kompletten Abstieg in die DTV-Riege vorgestellt – dabei aber vielleicht weniger die Wesley Snipes-Schiene, sondern eher ambitionslos runtergekurbelte Erotic-Thriller – aber nachdem er in „Splice“ und „Predators“ mehr als ordentliche Leistungen vollbracht hat, sehe ich seine Zukunft etwas optimistischer. Wäre ich sein Agent, dann würde ich dafür sorgen, dass er in irgendeinem der nächsten Projekte von Emmerich oder Bruckheimer unterkommt – nach einem potentiellen Hit könnte er sich dann ja wieder ein paar Arthouse-Filme oder Trash-Gurken leisten.

    • Oliver sagt:

      GIALLO habe ich nicht gesehen, wie ich mir Argento mittlerweile sowieso konsequent verkneife. Aber Brody lief mit seinem extrem markanten Gesicht sowieso Gefahr, irgendwann nur noch als Typ besetzt zu werden (ähnlich wie das meinetwegen Gary Oldman in den Neunzigern widerfahren ist): als weinerlich-sensibler Künstler etwa, wofür die Nachfrage aber von vornherein eher beschränkt scheint. Der Ausbruch in Genregefilde ist für ihn möglicherweise der geeignete Weg, dem zu entgehen und so zu beweisen, dass er auch anderes kann. In seinem Frühwerk OXYGEN, dass mal auf dem Fantasy Filmfest lief, hat er schonmal bewiesen, dass er auch als Psychopath eine ganz gute Figur abgibt.

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