sixteen candles (john hughes, usa 1984)

Veröffentlicht: Januar 2, 2011 in Film
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Samantha (Molly Ringwald) lernt auf die harte Tour, was es bedeutet, erwachsen zu werden: Ihre ganze Familie vergisst in der allgemeinen Aufregung um die bevorstehende Hochzeit von Samanthas Schwester deren sechzehnten Geburtstag. Und zu allem Überfluss verliert sie in der Schule auch noch den Zettel mit dem ausgefüllten Sextest, auf dem sie den Namen ihres großen Schwarms Jake Ryan (Michale Schoeffling) vermerkt hat. Der ist jedoch mitnichten so abgeneigt, wie sie glaubt. Vorerst muss sie jedoch die Annäherungsversuche des hartnäckigen Nerds (Anthony Michael Hall) abwehren …

John Hughes Regiedebüt mag nicht ganz so bekannt und ausgereift sein wie seine späteren genredefinierenden Erfolgsfilme THE BREAKFAST CLUB, WEIRD SCIENCE oder FERRIS BUELLER’S DAY-OFF, dafür besitzt er eine anarchische Wildheit, die überaus ansteckend ist und den Film komplett aus dem Ruder laufen lässt. Die beiden parallel laufenden Plots – neben der Liebesgeschichte mit Hindernissen um Samantha und Jake widmet sich Hughes dem Aufstieg des Losers zum selbstbewussten Charmeur – kämpfen gleichermaßen um die Aufmerksamkeit des Zuschauers und erst gegen Ende, wenn Anthony Michael Halls nur „The Geek“ genannter Charakter mit dem It-Girl der Schule auf dem Rücksitz eines Rolls Royce aufwacht, erinnert sich Hughes daran, dass der doch eigentlich nur eine Nebenfigur war und beschert seiner Protagonistin Samantha das Happy End, das man erwarten durfte. Und so wie Hughes also seine Protagonistin zeitweise vergisst, mäandert SIXTEEN CANDLES in loser episodischer Folge von einer pubertären Katastrophe zur nächsten. Die ausufernde Party etwa, bei der das Haus von Jakes Eltern sprichwörtlich in Schutt und Asche gelegt wird, ließ mich als empathiebegabten Zuseher mehr als einmal das Gesicht verziehen und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Da erscheinen selbst Terry Gilliams apokalyptischen Partyvisionen aus FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS nicht wesentlich schlimmer. Zusammengehalten wird SIXTEEN CANDLES also weniger durch dramaturgische Einheit, sondern durch einen gewissen jugendlichen Spirit – den einzufangen bzw. in Form zu gießen Hughes später dann perfektionieren sollte – und die Leistung von Anthony Michael Hall, der als selbstbewusster Nerd brilliert und jede seiner Szenen komplett regiert. Schade, dass ihm sein milchbubihaftes Äußeres wohl eine größerer Karriere verwehrt hat: Seine Interpretationhier schlägt so ziemlich alles, was seine Bratpack-Genossen zur gleichen Zeit abgeliefert haben.

In einem Film voller Szenen und Ideen gibt es natürlich auch ein paar weniger gelungene: Ich wäre auch ohne den trotteligen Koreaner mit dem albernen Namen „Long Duk Dong“ ausgekommen und die finale Hochzeit von Samanthas Schwester setzt dem Film noch eine Katastrophe obendrauf, die gar nicht mehr nötig gewesen wäre. Letztlich egal, denn SIXTEEN CANDLES ist trotzdem temporeiches, witziges und schwer sympathisches Teeniekino – und das impliziert ja fast einen gewissen Übereifer.

Kommentare
  1. […] des Films. Denn danach stellt der über allem stehende pädagogische Eifer Hughes ein Bein. Zu SIXTEEN CANDLES hatte ich noch geschrieben, dass er in seiner Episodenhaftigkeit sympathisch, aber auch noch etwas […]

  2. […] und der poppig-bunten visuellen Gestaltung eher der ideale Nachfolger von Hughes’ Regiedebüt SIXTEEN CANDLES, wirkt nach THE BREAKFAST CLUB eher wie ein Rückschritt – oder, positiv gesprochen, wie eine […]

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