sorority babes in the slimeball bowl-o-rama (david decoteau, usa 1988)

Veröffentlicht: Januar 29, 2011 in Film
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Die drei Studenten Jimmie (Hal Havins), Keith (John Stuart Wildman) und Calvin (Andras Jones) werden dabei erwischt, wie sie beim Initiationsritus der Tri-Delta-Sorortity die nackten Bewerberinnen (u. a. B-Film-Babe Brinke Stevens) bespannen und mit diesen zu einer Mutprobe verdonnert: Aus dem nächtlichen Bowlingcenter sollen sie eine Trophäe entwenden. Dumm, dass der ausgewählte Pokal einen Kobold beheimatet, der nach seiner Freisetzung mit der Erfüllung diverser Wünsche lockt, die dann aber allesamt nach hinten losgehen. Gemeinsam mit der Einbrecherin Spider (Linnea Quigley) versucht Calvin, dem bösen Treiben ein Ende zu setzen …

Man darf vermuten, dass SORORITY BABES IN THE SLIMEBALL BOWL-O-RAMA nur entstand, weil Charles Band den Titel gekauft hatte und noch einen Film dazu brauchte. David DeCoteau kurbelte das Ding auf seine ihm eigene Art runter, ohne sich viel darum zu scheren, ob das Endprodukt den Verheißungen des Titels gerecht würde. Warum auch? Es würden sich genug Trash-Aficionados finden, die ihren Obolus dafür entrichteten. Klar, es gibt die versprochenen „Sorority Babes“ und eine Bowlingbahn, aber lustloser als hier könnte man die beiden Bestandteile kaum verbinden. Die Exposition ist dabei noch recht, ähem,  „viel versprechend“: Die Tri-Delta-Sorority besteht anscheinend nur aus drei Mädels und ihr Initiationsritus beinhaltet ein kräftiges Spanking und das anschließende Besprühen mit Schlagsahne (?), sodass man sich wundern muss, warum die Mädels sich über die männlichen Spanner überhaupt aufregen. Und die idiotische Mutprobe, zu der sich dann alle ohne jeden Widerspruch bereit erklären, obwohl sie doch einfach nach Hause gehen könnten – sie sind immerhin in der Überzahl! – ist ebenfalls aus dem Stoff, aus dem beknackte Trashfilme gestrickt sind. Leider versumpft DeCoteaus Film danach beträchtlich: OK, der Kobold, der einen Eddie-Murphy-mäßigen Jive talkt, ist irgendwie ganz putzig und dass sich eine der Sorority-Anwärterinnen auf Wunsch von einem der Spanner in eine Nymphomanin verwandelt, möchte man dem Film auch noch positiv anrechnen, aber das alles ist so fürchterlich träge inszeniert, dass die nur 80 Minuten Spielzeit ganz schön lang werden. Der eh schon plätschernde Fluss des Films wird zudem immer wieder durch ausufernde Dialogpassagen aufgehalten, die von den unterirdischen Schauspielern ohne jeden dramatischen Ausdruck absolviert werden, und wenn es dann mal ans Eingemachte geht, fehlte offensichtlich das Geld für Effekte und es wird just dann weggeschnitten, wenn es eigentlich interessant werden sollte. Nach Betrachtung von SORORITY BABES IN THE SLIMEBALL BOWL-O-RAMA stellt sich wieder mal die Frage, ob das jetzt nicht Exploitationkino par excellence ist – eben weil es mit dem Titel an die niederen Instinkte der Zuschauerschar appelliert, ohne diese dann wirklich bedienen zu können – oder aber die zynische Schattenseite einer Filmtradition, die im Bestfall Kino jenseits ausgelatschter Pfade hervorbrachte. Es spricht einiegs für die These, dass DeCoteaus Film mehr mit ätzenden Abschreibungsproduktionen der Hollywoodstudios zu tun hat, als er das einzugestehen bereit wäre. Naja, immerhin habe ich ihn jetzt endlich mal gesehen.

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