piedone a hongkong (steno, italien 1975)

Veröffentlicht: Februar 11, 2011 in Film
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Der Drogenhandel hat in Neapel trotz des Wirkens von Kommissar Rizzo (Bud Spencer) Fuß fassen können und hält die Polizei in Atem. Als der oberste Drahtzieher des Geschäfts ermordet wird, fällt der Verdacht auf Rizzo, der daraufhin einem Tipp nach Hongkong folgt …

Die endgültige filmische Etablierung des Mega-Erfolgsduos Hill & Spencer mit …ALTRIMENTI CI ARRABIAMO! und PORGI L’ALTRA GUANCIA hat der PLATTFUSS-Reihe, die mit PIEDONE LO SBIRRO einen wunderbaren Einstieg hatte, eher geschadet. PIEDONE A HONGKONG hat fast nichts mehr vom Charme des Vorgängers, der zwar ebenfalls auf seinen Hauptdarsteller zugeschnitten war, sich aber nicht scheute, ihn in einem vergleichsweise ernsten Kriminalfilm unterzubringen. PIEDONE A HONGKONG ist hingegen in seiner Gimmickhaftigkeit fürchterlich zerrissen und man merkt ihm deutlich an, dass hier vor allem die Cashcow gemolken werden sollte. In der ersten halben Stunde ist aber zunächst noch alles in Ordnung: Auf vertrautem Terrain in Neapel kann Spencer ganz Rizzo sein, Scherze mit seinem vertrottelten Assistenten Caputo (Enzo Cannavale) treiben – in der auch Dank der Synchro lustigsten Szene des Films, muss ein genervter Rizzo Caputos eifersüchtige Frau am Telefon abwimmeln – und den Zuschauer durch die verwinkelte Stadt führen. Aber schon der Auftritt von Peckinpah-Veteran Robert Webber als FBI-Agent Accardo und Al Lettieri als italoamerikanischem Gangster Frank Barella deutet an, dass den Produzenten Größeres, nicht aber unbedingt Besseres, vorschwebte. Wenn Rizzo seine Reise über Bangkok nach Hongkong und Macao antritt, versumpft PIEDONE A HONGKONG in ermüdendem Sightseeing und Exotismus, folkloristischen Einlagen, langen Balgereien und den bemühten Versuchen, Kontinuität aufzubauen (die drei schlagkräftigen Matrosen dürfen ein Comeback feiern). Auch erzählerisch bietet dieser rund einstündige Mittelteil wenig mehr als eine Nummernrevue: Rizzo muss von a nach b reisen, wo er erfährt, dass er das Gesuchte an Ort c finden wird undsoweiter undsofort. Wenn das Drehbuch ihm dann noch ein kulleräugiges japanisches Kleinkind ans Bein bindet – in erster Linie wohl, um Spencers kindlicher Fangruppe etwas zu bieten –, ist der Ofen aber fast endgültig aus, zumal darüber, dass dessen Mutter soeben von den Gangstern ermordet wurde, kein weiteres Wörtchen verloren wird. Es waren wohl noch andere, unbeschwertere Zeiten, als ein italienischer Polizist ein japanisches Waisenkind einfach so mitnehmen und seinen Matrosenfreunden zur Verstauung in einem Seesack überantworten konnte: Heute wirkt so viel Gelassenheit doch eher befremdlich.

Nach zähen und viel zu ausschweifenden 109 Minuten kommt mit PIEDONE A HONGKONG ein Film endlich zum Ende, dessen Macher nicht gewusst zu haben scheinen, was den Vorgänger so erfolgreich gemacht hatte: Es war nicht die bloße Anwesenheit Spencers, sondern dessen glaubwürdige und sympathische Rolle als neapolitanischer Streetworker/Polizist. Mit der Verpflanzung ins ferne Asien hat man diese Fugur ihrer eigentlichen Stärken beraubt. Trotz kleinem Nostalgiebonus habe ich jetzt ein bisschen Angst vor dem was mit den beiden ausstehenden Sequels noch kommen wird (ein kleines KInd wird ja auch wieder am Start sein).

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