five element ninjas (chang cheh, hongkong 1982)

Veröffentlicht: Februar 14, 2011 in Film
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Nach der sportlichen Auseinandersetzung zweier verfeindeter Kampfsportschulen  beauftragen die Verlierer einen japanischen Ninja-Clan, um sich zu rächen. Die Ninjas beherrschen die mysteriöse „Five Elements Formation“, der die besten Kämpfer ihres Gegner schnell zum Opfer fallen, ihre Schule damit dem folgenden Großangriff der Ninjas schutzlos ausliefern. Nur Shao Tien-hao (Tien Chi-cheng) kann entkommen und sucht seinen alten Meister auf, der ihn in der Kunst des Ninjitsu unterweisen soll, damit er die „Five Element Ninjas“ besiegen kann …

Von der Düsternis und Melancholie seiner Filme aus den Sechziger- und Siebzigerjahren ist in Chang Chehs kultisch verehrtem Ninjafilm nicht mehr viel zu spüren. Ganz im Stile von Filmen seines Spätwerks wie FIVE DEADLY VENOMS oder CRIPPLED AVENGERS bildet nicht mehr länger das einst bestimmende Schwertkämpfer-Ethos den erzählerischen Mittelpunkt, sondern vielmehr das lustvolle und überschwängliche Fabulieren, die Anhäufung poppigbunter Kostüme, bizarrer Kampfstile und greller Bluteffekte. FIVE ELEMENT NINJAS ist tatsächlich kaum mehr als eine Aneinanderreihung von langen Kampf- und Actionsequenzen, die nicht mehr länger auf realistischem Boden fußen, sondern dem Reich der Fantasie entspringen. Bemüht sich Chang Cheh auch, mithilfe von Schrifteinblendungen den Eindruck einer historisch faktengetreuen Annäherung an die Ninjafigur aufrechtzuerhalten, so lässt er in den Szenen um die Five Elements Formation – die Ninjas treten gegen ihre Kontrahenten in „Levels“ an, deren Thema von jeweils einem der Elemente Metall, Holz, Wasser, Feuer, Erde inspiriert ist – jeden Realismus fahren. Die Metall-Ninjas kämpfen mit goldenen Helmen, die ihnen sowohl als Schilder und Waffen als auch als Reflektoren dienen, mit denen sie die Gegner blenden, die Holz-Ninjas verkleiden sich als Bäume, die Wasser-Ninjas greifen aus einem Teich heraus an, die rotgewandeten Feuerninjas arbeiten mit Rauchbombem und brennenden Pfeilen und die Erd-Ninjas schließlich graben sich ein und aus. Es ist wohl zwingend notwendig, sich eine gewisse Kindlichkeit bewahrt zu haben, um FIVE ELEMENT NINJAS schätzen zu können, dann allerdings ist er ein wahres Fest für Augen, Herz und Geist. Die eindimensionalen Charaktere, denen man ihre simplen Gemütsregungen – Wut, Trauer und Freude – am Gesicht ablesen kann, ebnen den Weg für einen Film, der in seiner moralischen Eindeutigkeit an alte Volksmärchen erinnert und so umweglos zum Ziel gelangt. Alles findet unmittelbaren Niederschlag in den herrlich klaren Bildern, die von den traumhaft detailverliebten Kostümen und Studiosettings leben, für die man die Filme der Shaw Brothers so liebt. FIVE ELEMENTS NINJAS ist kein Film, der lange Exegese und Analyse benötigte oder dadurch reicher würde: Er ist pure in Bilder gepresste Lust. Und das Kind im Manne, das gestern mit leuchtenden Augen vor dem Fernseher saß, wird in diesem Jahr sehr wahrscheinlich nicht mehr besser bedient werden als von Chang Cheh.

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