fist of honor (richard pepin, usa 1993)

Veröffentlicht: Februar 15, 2011 in Film
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„Fist“ Sullivan (Sam Jones) arbeitet als Geldeintreiber und Schaukämpfer für die Familie von Mafiaboss Dino Diamond (Harry Guardino). Der hat soeben mit der Malucci-Familie einen trügerischen Friedenspakt geschlossen, um deren Anführer Victor Malucci (Abe Vigoda) in Sicheheit zu wiegen. Als sich die Gelegenheit bietet, ihn auszuschalten, schlägt Diamond eiskalt zu und schiebt den Mord Sullivan in die Schuhe …

Mit FIST OF HONOR versuchten sich die Köpfe der für krachige, gut aussehende DTV-Action bürgenden Produktionsgesellschaft PM Entertainment, Richard Pepin und Joseph Merhi, an einem etwas zurückgenommeren Mafia- und Rachefilm. Dieser Versuch ist jedoch nur bedingt als erfolgreich zu bewerten: Zwar gelingt es Pepin überraschend gut, die für das Mafiasujet angemessenen Bildwelten zu malen, wobei nicht zuletzt das tolle Mafia-Casting eine entscheidende Rolle spielt, doch bekommt er seinen Stoff erzählerisch nicht in den Griff. Es dauert eine gute Stunde, bevor sich überhaupt ein Plot herauskristallisiert, bis dahin gestaltet sich FIST OF HONOR als Aneinanderreihung mehr oder weniger zielloser Episoden, die mal den Konkurrenzkampf der Familien, mal Sullivan und seine Aufträge, mal sein Privatleben zum Inhalt haben. Die Besetzung Sullivans mit Sam Jones ist die höchste Hürde, die man zu nehmen hat, will man FIST OF HONOR etwas abgewinnen: Der grobe, eh nur wenig charmante und hier noch mit einem GI-Bürstenhaarschnitt gestrafte Jones, müht sich redlich, den Sympathieträger zu geben, doch sieht man immer nur den unbeweglichen Proleten, der sein Geld damit verdient, Leute zu vermöbeln, und trotzdem versucht als cooler Kumpel – etwa des Teenie-Nachbarmädchens – wahrgenommen zu werden. Im Grunde ist er nicht schlecht für die Rolle: Geldeintreiber wird man wohl kaum für seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten oder wegen der sozialen Kompetenz und eine gewisse Grunddummheit ist wohl ebenfalls nötig, ein Engagement bei der Mafia niemals kritisch zu hinterfragen – vor allem, wenn man dem Chef die Freundin ausgespannt hat –, aber das ändert eben nichts daran, dass er als Identifikationsfigur schlichtweg ungeeignet ist. Das größte Manko des Films ist aber wahrscheinlich, dass das, worum es in FIST OF HONOR eigentlich hauptsächlich gehen sollte, nämlich die Rache Sullivans, in lausigen 20 Minuten abgesfrühstückt wird. Bemerkenswert ist Pepins Film in erster Linie für das überraschend niedrige Aggressionspotenzial des Helden: Als der den Mörder seine Freundin in die Finger kriegt, begnügt er sich damit, diesen durch eine Scheibe zu werfen. Das geht in anderen Filmen als Liebesbekundung durch!

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