miami supercops (bruno corbucci, italien 1985)

Veröffentlicht: März 14, 2011 in Film
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Vor sieben Jahren verhafteten die beiden FBI-Agenten Doug Bennett (Terence Hill) und Steve Forest (Bud Spencer) den Bankräuber Joe Garret, ohne jedoch die Beute von 20 Millionen Dollar sicherstellen oder aber seine beiden Partner  dingfest machen zu können. Nun ist Garret wieder auf freiem Fuß – und im Nu eine Leiche. Doug reaktiviert seinen ehemaligen Partner, der sich mittlerweile als Fluglehrer verdingt, und als Polizisten der Stadt Miami getarnt machen sie sich auf die Suche nach Garrets Mörder, bei dem sie auch die Beute von damals vermuten …

Tragisch. MIAMI SUPERCOPS markierte 1985 das unrühmliche Ende der überaus erfolgreichen Kollaboration von Spencer & Hill. Waren erste Abnutzungserscheinungen bereits in den späten Siebzigerjahren auszumachen, kann man hier nur noch den endgültigen Hirntod diagnostizieren. Der halbherzige Versuch, die totgetretene Masche durch eine Wendung hin zum ernsteren Krimi und die Orientierung am damaligen Megaerfolg MIAMI VICE wiederzubeleben, scheitert leider kläglich, weil die über anderthalb Jahrzehnte etablierten Strukturen und Mechanismen viel zu festgefahren sind, als dass sie mit den durchsichtigen Mitteln, die Corbucci hier bemüht, aufzubrechen wären. Auch den beiden Hauptdarstellern, die sich sonst selbst in ihren schwachen Filmen ganz auf ihre Chemie verlassen konnten und sich in ihren Rollen offenkundig so Zuhause fühlten wie in einem geliebten Jogginganzug, merkt man eine gewisse Verunsicherung und Lustlosigkeit an. Vor allem Hill, sonst ein Ausbund an Lebensfreude, sieht schon fast beängstigend blass aus, kann das natürliche Unbehagen des Endvierzigers, der den Berufsjugendlichen geben soll, nicht mehr länger zerstreuen. Aber es liegt nicht direkt an den beiden, dass MIAMI SUPERCOPS so schmerzhaft ist: Drehbuch und Inszenierung sind schrecklich fußgängerhaft, höhepunktarm plätschert der Film seinem Ende entgegen und nichts lässt die konzeptionelle Unentschlossenheit des Films so deutlich hervortreten wie der Showdown in einer Lagerhalle, in dem Hill & Spencer ihre Dienstwaffen benutzen, um die herumstehenden Gegenstände zu manipulieren und so ihre Gegner auszuschalten. Das Blut, das für gewöhnlich im Polizeifilm spritzt, stammt hier aus Tomatenkonserven, die sich über den Schurken ergießen. Eigentlich ja eine ganz hübsche Idee, die in diesem ernst gemeinten Krimi aber völlig deplatziert ist und nur beweist, dass man keine Ahnung hatte, was man mit dem Duo noch anfangen sollte. Die deutsche Synchro reiht sich ein in diese Verunsicherung und nennt die beiden stets „Buddy“ und „Terence“, die krampfhaft versuchte Neuerfindung damit zusätzlich unterminierend. Mit Spencer und Hill kann man nur Mitleid haben: Sie sind zu Opfern ihres Erfolgs geworden. MIAMI SUPERCOPS ist demnach ein bisschen wie ein Konzert einer ehemaligen Supergroup, die mit neuem „zeitgemäßen“ Stil versucht, relevant zu bleiben, damit aber nur den Andrang am Bierstand erhöht, wo sich die Leute bis zum Zugabenteil mit den alten Hits die Zeit vertreiben. Für den Film gilt analog: Schnell vergessen und sich mit den alten Hits schadlos halten.

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