poliziotto superpiú (sergio corbucci, usa/spanien/italien 1980)

Veröffentlicht: März 14, 2011 in Film
Schlagwörter:, , , , , ,

Bei einem Einsatz in den Everglades gerät der Polizist Dave Speed (Terence Hill) in ein Experiment der NASA, bei dem eine mit Plutonium bestückte Rakete explodiert. Wie durch ein Wunder überlebt Speed, doch beobachtet er danach einige merkwürdige Fähigkeiten an sich: Er kann in die Zukunft sehen, ist nahezu unverwundbar und außerdem telekinetisch begabt. Sieht er jedoch die Farbe Rot, geht es ihm wie Superman beim Kontakt mit Kryptonit und er verliert seine Kräfte vorübergehend. Im Kampf gegen das Verbrechen hat er zwar einen entscheidenden Vorteil, doch dies schützt ihn nicht davor, wegen Mordes an seinem Partner unschuldig zum Tode verurteilt zu werden …

Was ich im Beitrag zu OCCHIO ALLA PENNA zur Dynamik zwischen Hill & Spencer schrieb, lässt sich mithilfe des ersten Solofilms von Hill innerhalb meiner kleinen Werkschau belegen. Ohne den lakonischen Spencer, an dem jede Demütigung längst aus Gewohnheit abprallt, wirkt Hill in POLIZIOTTO SUPERPIÚ wie ein Geck, ein unreifer Naivling, der dummerweise in einem Erwachsenenkörper steckt. Der relativ ambitionierte Erzählverlauf, der mit dem in der Todeszelle Bohnen mampfenden und auf seine nach zwei erfolglosen Versuchen dritte Hinrichtung wartenden Speed beginnt und dessen Geschichte dann in einer Rückblende entfaltet, konfligiert schon mit Hills Persona: Er ist den Dingen viel zu sehr enthoben, als dass ihn der Verlust des Lebens besonders kratzen würde. Die Dramatik, die Corbucci etablieren möchte, prallt an diesem Hauptdarsteller einfach ab. POLIZIOTTO SUPERPIÚ ist dann auch ein eher müdes Filmchen voller schlecht gealterter Gags und schon damals nicht mehr auf dem Stand der Technik befindlicher Spezialeffekte, das durch seine episodische Struktur und die bis zum Schluss kaum über einen Subplot hinauskommende Krimihandlung zusätzlich gehemmt wird. Klar, über so viel Naivität kann man staunen und sich in der richtigen Stimmung vielleicht sogar freuen, zumal Borgnine mit seinem herzerweichenden Lächeln, das einen im Handumdrehen wieder an das Gute im Menschen glauben macht (oder aber den Realisten an seinem Geisteszustand zweifeln), die ideale Besetzung für den lieben Dunlop ist – und wahrscheinlich auch der größte Fan von Corbuccis Film. Wenn ich mir vorstelle, wie Borgnine POLIZIOTTO SUPERPIÚ im Kino sieht oder in einem Interview auf ihn angesprochen wird, hat er jedenfalls exakt dieses enthemmte Grinsen drauf …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.