cane e gatto (bruno corbucci, italien 1982)

Veröffentlicht: März 16, 2011 in Film
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Sergeant Alan Parker (Bud Spencer), der seiner Familie vorspielt ein Waschmaschinenvertreter zu sein, erhält den Auftrag, den schmierigen Kleinganoven Tony Roma (Tomas Milian) zu verhaften. Das gelingt, doch Tony fügt sich verständlicherweise nur ungern in sein Schicksal: Nach einem gelungenen Fluchtversuch beobachtet er zufällig den Mafiaboss Salvatore Licuti (Marc Lawrence) und seine Männer beim blutigen Geschäft und steht fortan auch bei diesen auf der Abshcussliste. Alan hat nun alle Hände voll zu tun, Tonys Gesundheit zu erhalten …

Was für eine verpasste Chance! Jedem Freund des Italokinos muss das Wasser im Munde zusammenlaufen, wenn er von der Paarung Spencer & Milian hört: Letzterer hat sich seinen Platz im Exploitation-Olymp mit der Verkörperung (hier trifft der Begriff den Nagel tatsächlich auf den Kopf) des unkonventionellen römischen Cops Nico Giraldi und unzähligen asozialen Gaunern, etwa in den großartigen LA BANDA DEL GOBBO oder  MILANO ODIA: LA POLIZIA NON PUÒ SPARARE sowie zahlreichen weiteren Filmen, redlich verdient – ebenso wie den Luxus, sein Einkommen nun seit rund 20 Jahren mit schauspielerisch wahrscheinlich wenig herausfordernden Neben- und Kleinstrollen als lateinamerikanischer Finsterling in Hollywood-Produktionen bestreiten zu dürfen. Er ist dann auch der einsame Höhepunkt in Corbuccis lauer Krimikomödie, die zwar nicht wirklich schlecht ist, aber jeden Drive, der für einen solchen Film doch von essenzieller Bedeutung ist, vermissen lässt. Zwischen Spencer und Milian springt der Funke nicht über, was wohl auch daran liegt, dass Spencers Rolle kaum was hergibt und ihm zudem die undankbare Aufgabe zukommt, Milians Over-the-Top-Darstellung des selbstmitleidigen und mamafixierten Schmierlappens mit pomadiger Rockabillyfrisur und den scheußlichsten Klamotten diesseits von Liberace zu „bremsen“, obwohl man sich als Zuschauer doch nichts mehr wünscht, als dass der Film endlich einmal die Kontrolle verlöre. Aber nix da: Das A und O einer solchen Buddy-Komödie – die guten Ideen, rasante Actionsequenzen, die sich mit komischen Einlagen abwechseln, das Hin und Her der Protagonisten, auf das ja auch der Titel des Films anspielt – sind hier weitestgehend absent. Ab und zu blitzt mal ein Funke auf, der andeutet, was CANE E GATTO hätte sein können, nur um nach kurzem Aufflackern sang- und klanglos zu erlöschen. Corbuccis Film ist so durchschnittlich, dass er analog zum Urmeter in einem Museum als idealtypisches Beispiel fürs Mittelmaß ausgestellt werden könnte. Schade.

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