the keeper (keoni waxman, usa 2009)

Veröffentlicht: März 25, 2011 in Film
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Nachdem der Polizist Roland Sallinger (Steven Seagal) den Mordversuch seines korrupten Partners schwer verletzt überlebt und die Reha gut überstanden hat, flattert von seinem Arbeitgeber unerwartet die Pensionierung isn Haus. Doch Sallinger fühlt sich noch zu fit fürs Altenteil und deshalb nimmt er das Angebot seines alten Freundes Conner (Steph DuVall) dankend an, den Bodyguard für dessen Tochter Nikita (Liezl Carstens) zu geben, die soeben mit viel Glück einem Kidnapping-Versuch entkommen konnte …

Auch wenn THE KEEPER nach den von mir jetzt schon oft genug gelobten URBAN JUSTICE, PISTOL WHIPPED und DRIVEN TO KILL ein Stück abfällt, setzt er die in diesen Filmen deutlich erkennbare Linie dennoch erfolgreich fort. Wie man vielleicht schon der schmucklosen Inhaltsangabe entnehmen kann, ist THE KEEPER von augenfälliger Geradlinigkeit und Schnörkellosigkeit und viel mehr als an einer raffinierten Geschichte daran interessiert, seinem Hauptdarsteller ausreichend Gelegenheit zu bieten, Nasenbeine zu zertrümmern, Arme zu brechen und Brustkörbe zu durchlöchern. Die Actionszenen – mit den heute marktüblichen Postproduction-Spielereien aufgemotzt – sind allesamt sehenswert und von jener brachialen Härte, für die man einst Filme wie OUT FOR JUSTICE oder MARKED FOR DEATH so verehrte, allerdings ohne deren ins Comichafte neigenden Hang zum Splatter. Zugegeben, wenn Roland einen Schurken am Ende durch einen gezielten Fünffingerstoß die Halsschlagader öffnet, dann mag das nicht gerade als authentische Darstellung von Hand-to-Hand-Combat durchgehen, aber Waxman vermeidet es, diesen eh schon reichlich jenseitigen Einfall noch mit übermäßigem Kunstbluteinsatz zu betonen. Leider lässt THE KEEPER die Trockenheit, die in der Inszenierung der Gewalt- und Actionszenen zum Ausdruck kommt, auf erzählerischer Ebene etwas vermissen bzw. will sich nie zu 100 % zu dieser verpflichten: Waxmans Film macht teilweise einen etwas unentschlossenen Eindruck, weiß die Laufzeit von 89 Minuten nicht zu füllen, ohne dann doch auf abgegriffene Klischees zurückzugreifen, die im Kontext des Films einfach nicht überzeugend sind, oder sie mit erzählerischem Ballast anzufüllen. Die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen dem Bodyguard und seinem Schützling, die in einem Film wie Tony Scotts MAN UNDER FIRE durchaus ihre dramaturgische Berechtigung hat, ist hier komplett überflüssig und sorgt lediglich für einige unangenehme Szenen Seagal’scher Altvorderen-Erotik. Und die Exposition des Films um den Verrat von Rolands Partner, seine Verwundung und die nur wenig später folgende Gelegenheit zur Rache sowie seine selbstverordnete Reha ist dafür, dass es letztlich nur darum geht, Roland als frühpensionierten Cop einzuführen, arg ausführlich geraten. Zumal solche erzählerische Schlenker später komplett abwesend sind: Den Plottwist, den man die ganze Zeit erwartet, ja, den Roland sogar selbst ankündigt, wenn er vermutet, sein Freund verschweige ihm etwas Wichtiges, stellt sich nie ein. Und was sich hinter dem Entführungsplan der Schurken verbirgt ist so unspektakulär, dass es fast wie ein Konventionsbruch anmutet. Hätte man sich dazu entschlossen, THE KEEPER nach der Maßgabe „kurz, aber heftig“ als fettfreien 80-Minüter zu fertigen, nicht auszudenken, welche Kollateralschäden er beim Zuschauer verursacht hätte. So ist er leider nur ein ziemlich guter Actionfilm geworden, der knapp unter dem Niveau der oben genannten Masterpieces bleibt. Dass auf der DVD der Trailer von Lundgrens COMMAND PERFORMANCE enthalten ist, kann man da schon fast als Wink mit dem Zaunpfahl begreifen: Der nimmt im Schaffen des Schweden nämlich haargenau dieselbe Rolle ein.

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