a dangerous man (keoni waxman, usa 2009)

Veröffentlicht: April 4, 2011 in Film
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Als der Special-Forces-Mann Shane Daniels (Steven Seagal) nach sechs Jahren, die  er unschuldig hinter Gittern verbacht hat, freikommt, hat er alles verloren: seine Frau, sein Ansehen, seinen Beruf. Kaum auf freiem Fuß, holt ihn das Verbrechen erneut ein. Er wird Zeuge eines Polizistenmordes, kann die chinesischen Verbrecher jedoch in die Flucht schlagen und bleibt mit einer Sporttasche voller Drogengeld, der gekidnappten Tia (Marlaina Mah) und einem weiteren Zeugen, dem Sohn des russischen Gangsterbosses Vlad (Vitaly Kravchenko), zurück. Mit der jungen Frau begibt sich Shane nun auf die Flucht vor den Drogengangstern, bevor er mithilfe des Russen sein Heil in der Offensive sucht. Ein Bandenkrieg entbrennt …

Der zweite Seagal-Film von Keoni Waxman, den der direkt im Anschluss an THE KEEPER inszenierte, ist ein kompromissloser, harter Reißer, der nach dem skizzenhaften Vorgänger etwas breiter angelegt ist. Auffällig ist die düstere Weltsicht, die Waxman an den Tag legt: Nachdem Shane aus dem Knast kommt, wird er beim Schnapskauf sofort von zwei miesen Straßenräubern überfallen und bedroht, worauf er sogleich mit der Ultrabrutalen antwortet. Die Szene, in der er einem der beiden Aggressoren mit einer auseinandergebauten Pistole das Gesicht malträtiert, dürfte zu den härtesten Seagal-Momenten überhaupt zählen: Die Grenze dessen, was man einem Actionfilm-Helden noch verzeiht, wird hier mit Nachdruck überschritten. In diesem Stil geht es weiter: Wenn getötet respektive gestorben oder sonstwie Gewalt angewendet wird, dann ist das niemals zum Abfeiern geeignet oder auch nur „schön“ anzusehen, sondern meist abstoßend, schmerzhaft und ekelhaft. Und als der russische Gangster Vlad von einem korrupten Cop beim Essen gestört wird, dann ist seine Antwort kaum weniger unmissverständlich als ein Bauchschuss: „Bei uns zu Hause ficken wir die Bullen in den Arsch, nachdem wir mit den Tieren fertig sind.“ Da bleibt für den Adressaten nur wenig Interpretationsspielraum. Mit genau jenem Vlad, der seinem vampirischen Namensvetter Vlad Tepes in Blutdurst, aber auch in dämonischer Ausstrahlung in nichts nachsteht, verbündet sich Shane später, trinkt Bruderschaft mit ihm und bildet eine Allianz gegen die chinesischen Verbrecher. Da haben sich zwei gefunden und irgendwie hat man als Betrachter schon ein mulmiges Gefühl dabei, wie leichtfertig in den Seagal-Filmen klassische Actionhelden-Bilder dekonstruiert werden. Der Zweck heiligt wirklich jedes Mittel, aber für den Außenstehenden ist kaum noch nachvollziehbar, warum nun gerade jener Zweck es wert sein soll, dem anderen vorgezogen zu werden. Als klassischer Actionfilm lässt sich A DANGEROUS MAN gar nicht mehr rezipieren und es wird nie so ganz klar, ob das nun so sein soll oder doch eher auf nerdiges Seagalfantum aufseiten Waxmans oder auf inszenatorisches Unvermögen zurückgeht. Letzteres erscheint eher unwahrscheinlich, auch wenn es hier und da mal einen holprigen Szenenübergang oder aber natürlich die obligatorischen Seagal-Stand-ins zu beklagen gibt. Nach dem saumiesen KILL SWITCH stellt A DANGEROUS MAN zwar einen qualitativen Quantensprung dar, ganz warm geworden bin ich mit ihm dennoch nicht. Ich kann nur leider nicht genau benennen, woran das nun liegt. Wahrscheinlich eben genau daran, dass man als unbescholtener Durchschnittsbürger einfach keinen Zugang mehr zu der abgebildeten Welt und zu Shanes/Seagals Lebensphilosophie hat.

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