hammerhead: shark frenzy (michael oblowitz, aruba/usa/deutschland 2005)

Veröffentlicht: April 26, 2011 in Film
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Der  verrückte Wissenschaftler Dr. Preston King (Jeffrey Combs) hat auf einer einsamen Insel ein Mittel gefunden, den Menschen von vielen Krankheiten, ja vielleicht sogar von der Sterblichkeit selbst zu befreien. Doch die Kreuzung menschlicher Zellen mit den widerstandsfähigen Haifischzellen hat ein noch augenfälligeres Resultat nach sich gezogen: Kings eigener krebskranker Sohn Paul fristet als gefräßiges Mischwesen aus Mensch und Hai ein trauriges Schicksal und seine zahlreichen Artgenossen machen sogleich Jagd auf Kings Kollegen, die dessen Errungenschaften nicht gebührend zu würdigen wissen …

Ich habe ja ein ausgesprochenes Faible für solche DTV-Monsterfilme und das Cover dieses Exemplars, das der einstige Seagal-Kollaborateur Oblowitz eingekurbelt hat, sah einfach zu verlockend aus, um nicht irgendwann seinem Reiz zu erliegen. So schön wie der gemalte Haimann auf der DVD-Hülle sieht der Sharkman des Films leider nicht aus, aber die superkurzen Einstellungen, die man von ihm erhaschen kann, geben auch keinen vollständigen Aufschluss darüber, ob die Effekte nun nur nicht ganz so berauschend oder aber doch total beschissen sind. Mit einer bunten Mischung aus ins Bild gehaltenen Gummiprops, eines ab und zu bedeutungsvoll ins Bild glotzenden Hammerhaiauges sowie der rasend schnell geschnittenen CGI-Fetzen wird die Illusion eines Mannes mit Haifischkopf jedoch so würdevoll wie unter den gegebenen Voraussetzungen möglich bewerkstelligt.

Aber an anderer Stelle funktionieren die Tricks nicht mehr bzw. hätte man solche dringend nötig gehabt, um die gigantischen Mängel des Films zu kaschieren. Wie viele Haifischmänner auf der Insel eigentlich unterwegs sind, wird nie so ganz klar, und dass die Kameraarbeit, die mancher vielleicht „suggestiv“ nennen könnte, die aber einfach nur unübersichtlich ist, den Eindruck erweckt, der Haifischmann springe zur Abkühlung gern auch mal in eine Pfütze, aus der er dann arglose Wanderer erschrecken kann, war wohl auch nicht im Sinne des Erfinders. HAMMERHEAD: SHARK FRENZY ist also richtig schön stulle, wie sich das für so einen Film gehört. Ein mittlerweile wie ein Außenhandelsvertreter aussehender William Forsythe gibt den eher unwahrscheinlichen Helden mit dem stattlichen Bierbauch (und erinnert damit an die Katastrophenfilme der Siebzigerjahre, in denen ja auch mit Vorliebe Männer jenseits der Fünfzig die Kartoffeln aus dem Feuer holen mussten), der Gehilfe von King trägt nach einem Unfall zu Beginn den ganzen Film über denselben blutverschmierten Verband um die Hand und seinen Henchmen gelingt es auch mithilfe von Zielfernrohren nicht, die Helden abzuknallen oder auch nur zu verletzen, als diese förmlich auf dem Präsentierteller sitzen. Die Logik des Films ist wirklich rührend: Ein wichtiger Plotpunkt besteht etwa darin, dass die Helden dem Labor Kings entfliehen und nach einer Möglichkeit suchen, die Insel zu verlassen. Als der Film eine halbe Stunde damit zugebracht hat, alle Fluchtwege zu verbauen, dreht man also kurzerhand um und kehrt ins Labor zurück, weil Angriff schließlich die beste Verteidigung ist. Nur in einem solchen Film ist es auch möglich, dass zwei Figuren auf der Suche nach dem höchsten Ort der Insel, von dem aus sie einen Funkspruch absetzen können, direkt an der Küste fündig werden, auf einer ca. drei Meter über dem Meeresspiegel liegenden Düne, von der aus man einen herrlichen Blick auf die im Landesinneren liegenden Bergketten hat. Alles in allem hat HAMMERHEAD: SHARK FRENZY also genau das geboten, was ich mir davon erhofft habe: Ein bizarres Monster, ein bisschen Blut, behinderte Ideen und ein Jeffrey Combs im Overdrive. Gute Sache!

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