alien outlaw (phil smoot, usa 1985)

Veröffentlicht: April 28, 2011 in Film
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Im gemütlichen North Carolina landet ein UFO und entlässt die „Alien Outlaws“, drei intergalaktische Hooligans, die sofort damit beginnen, arglose Wanderer zu killen. Zum Glück ist die kesse Jesse Jamison (Kari Anderson) in der Nähe, eine ehrgeizige aufstrebende Kunstschützin, die eigentlich mit ihrer Wildwestshow groß rauskommen will, nun zunächst aber mal die außerirdischen Halunken zur Strecke bringen muss …

ALIEN OUTLAW ist ein Fest. Nicht, weil er voller irrwitziger Ideen, mieser Effekte, schlechter Schauspieler und dummdreister Dialogzeilen stecken würde (was er auch tut), sondern zu allererst, weil Regisseur Phil Smoot sich mit seinem Drehbuch als, nun ja, gemessen an seinem Talent hoffnungslos überambitionierter Dialogschreiber verrät. Jeder Dialog wird bis zum Anschlag angefüllt mit „spritzigen“ Anekdötchen, belanglosen Floskeln, wissenswerten Fakten und anderen Lautäußerungen, sodass man als in der Disziplin der linguistischen Pragmatik bewandeter Zuschauer bald das Gefühl hat, es hier durchweg mit Soziopathen zu tun zu haben, denen jedes Gespür dafür, was ihren Gesprächs-„Partner“ interessieren könnte und was er hingegen als nervtötende Zeitverschwendung betrachten muss, vollkommen abhanden gekommen ist. Ob eine Figur von größerer oder nur nebensächlicher Bedeutung für den Film ist: Smoot gibt jedem seine große Rede. So darf die Dame von der Künstleragentur, bei der sich die selbstbewusste Jesse vorstellt, lang und breit davon erzählen, welche Pforten der Kunstschützin denn nun offenstünden, weil sie sich für diese tolle Agentur entschieden habe, wie sich ihr Leben dadurch verändern werde blablabla, ohne dass das im weiteren Verlauf auch nur die geringste Rolle spielte.

Überhaupt diese Jesse Jamison: Die „Powerfrau“, die mit Vorliebe im Miniwildlederkleidchen rumläuft, unter dessen Fransenröckchen man unschwer ihr Höschen hervorblitzen sieht, erkennt der geübte Zuschauer schon von Weitem als unerträgliche Zicke. Hinter dem strengen Gesicht mit dem zahnigen Haifischlächeln verbirgt sich eine menschliche Katastrophe, deren hervorstechendste Eigenschaften Humorlosigkeit, Missgunst, Eitelkeit und ein unerschütterlicher Glauben an die in keinerlei Verhältnis zu diesem Glauben stehenden eigenen Fähigkeiten sind: Mit ihren hüftlangen Haaren (die am Set bestimmt für den ein oder anderen Zickenalarm verantwortlich waren) hält sie sich für eine Prinzessin, der allein aufgrund dieser Tatsache schon alles zusteht, was die Welt so bereithält. Und auch, dass sie lediglich der „Star“ einer blöden Gunshow ist, hält sie nicht davon ab, sich für Prominenz zu halten. Der faule Manager, den sie zu Beginn rausschmeißt (nach einer Exposition, deren Länge vermuten lässt, dass es in ALIEN OUTLAW nicht um Alien Outlaws, sondern um die steinige Pfade im Kleinkunstgewerbe gehe) kann von Glück sagen, dass er diese Schlampe ohne Ärger losgeworden ist!

Der ruhende Pol des Films ist aber eindeutig Lash LaRue als Jesses großväterlicher Freund Alex Thomas. Der damals fast 70-jährige LaRue war in den Vierziger- und Fünfzigerjahren Held unzähliger RKO-Western, in denen er stets mit seiner Peitsche (daher der Name „Lash“) auftrat. Mit seinem fetten Southern Drawl, das durch eine halbseitige Gesichtslähmung noch intensiviert wird und dem unerschütterlichen Gemüt eines Mannes, der nur noch auf den Tod wartet, wird er zum Maskottchen dieses verlaberten Films, der einen unweigerlich an einen Besuch im Altenheim erinnert, einem Ort, an dem ja auch jede noch so langweilige Geschichte ad infinitum wiedergekäut wird. Wer könnte die Szene vergessen, in der Jesse ihren Freund Alex verlässt, sich zur Verabschiedung nochmal umdreht, nur um von ihm mit einem weiteren Schwall unverbindlicher Nettigkeiten und leerer Phrasen aufgehalten zu werden. Wenn man in einem Phil-Smoot-Film mitmacht, muss man viel Zeit mitbringen und über einen entsprechend flexiblen Terminkalender verfügen.

Weil ich aber noch nix über die Aliens gesagt habe: Ihre stärkste Szene haben sie, als sie an das Häuschen einer Blondine kommen, die gerade ihr Gepäck rausbringt, um zu verreisen. Als sie wieder im Haus verschwunden ist, machen sich die Aliens daran, beherzt die herumstehenden Taschen wegzutreten und das Auto zu demolieren. Man sieht: Asoziales Verhalten ist kein Exklusivrecht der menschlichen Rasse. Die Aliens reden nur nicht so viel darüber.

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