happy birthday to me (j. lee thompson, kanada 1981)

Veröffentlicht: April 29, 2011 in Film
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Virginia (Melissa Sue Anderson) gehört an ihrer vornehmen Privatschule zu einer elitären Clique, die sich Abend für Abend im Pub „Silent Lady“ trifft und sich dort neue Streiche ausdenkt, die die Schulleitung zur Weißglut treiben. Kurz vor Virginias 18. Geburtstag beginnt jedoch das große Sterben in der Cique. Ein Freund nach dem anderen verschwindet spurlos und Virginia, die infolge einer Hirnoperation immer noch an Amnesie leidet, befürchtet selbst für die Morde verantwortlich zu sein …

HAPPY BIRTHDAY TO ME stammt aus der Blütezeit des Slasherkinos und verfügt deshalb auch über sehr ordentliche Production Values, die ihn von vielen anderen Billigheimern des Genres abheben. Aber auch sonst stellt der Film eine Ausnahme von der Regel dar, weil Routinier Thompson am monotonen Stalk’n’Slash nur mäßig interessiert ist, HAPPY BIRTHDAY TO ME stattdessen als klassischen Whodunit inszeniert, bei dem lediglich die extravaganten Morde etwas aus dem Rahmen fallen und die Brücke zum modernen Horrorfilm schlagen. Hier fangen dann aber auch die Probleme an, denn die Story ist arg konfus und ergibt meines Erachtens überhaupt keinen Sinn, scheint vielmehr einzig daraufhin konstruiert zu sein, vom Zuschauer nicht durchschaut werden zu können. So gestaltet sich der Handlungsverlauf des 110-Minüters dann auch als munteres Verdächtigeraten: Jedes einzelne der Cliquenmitglieder bekommt seinen zwielichtigen Moment, darf kurz mal als potenzieller Mörder in Frage kommen, bevor es dann selbst entsorgt wird. In der Wahl seiner Mittel ist der Film dabei nicht zimperlich: So findet Virginia beim nerdigen Alfred etwa den abgetrennten Kopf der verschwundenen Bernadette, doch der entpuppt sich dann als realistische Skulptur, die Alfred geschmackloserweise angefertigt hat, um mit dem Tod der Freundin fertig zu werden.

Man ahnt anhand eines solch wüsten Einfalls schon, dass HAPPY BIRTHDAY TO ME sich letztlich vor allem in vordergründigen Details, wie der mondänen Kulisse, dem gemäßigten Tempo und dem ruhigeren Tonfall, von den krachigeren Schoten des Genres unterscheidet, in der Konfusion des Plots und der Charakterisierung seiner Protagonisten aber durchaus das ein oder andere bekannte Fettnäpfchen mitnimmt: Weder nimmt die „Elite“-Clique jemals als Gemeinschaft Gestalt an, noch spürt man als Zuschauer eine besondere Verbundenheit mit diesen Typen, die sich schon in der ersten Szene benehmen wie die kompletten Vollidioten, ein Rennen über eine sich öffnende Zugbrücke starten, sich dabei fast umbringen, aber trotzdem kein Verständnis dafür aufbringen, dass das irgendjemand nicht lustig findet. Wieder mal so ein Slasher also, bei dem es immer genau den Richtigen erwischt. Dieser sieht aber eine Ecke besser aus als die anderen Genrevertreter.

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