the horror of party beach (del tenney, usa 1963)

Veröffentlicht: Mai 2, 2011 in Film
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Achtlos im Meer versenkte Tonnen mit Giftmüll sorgen dafür, dass ein paar auf dem Meeresgrund liegende Leichen sich in schuppige Fischmonsterzombies verwandeln und den mit Jugendlichen bevölkerten Badestrand heimsuchen. Ein paar Leichen später finden Dr. Gavin (Allen Laurel) und Schönling Hank Green (John Scott) die Lösung, wie man die Kreaturen besiegen kann, doch dazu müssen sie erst ausfindig gemacht werden …

An manchen Tagen gibt es einfach nichts Besseres als schwarzweißen Low-Budget-Monsterfilm-Trash: Del Tenneys munterer 75-Minüter hält, was der Titel verspricht und liefert geilen Sixties-Teen-Pop von den Del-Aires, die den tanzwütigen Strandkids mit Hits wie „The Zombie Stomp“ mächtig einheizen, bestusste Monster, deren Darsteller einem in den unwürdigen Kostümen richtig Leid tun, und einen generischen Plot, der wenig Überraschungen, dafür aber jede Menge idiotischer Dialoge und ebensolche Einfälle bietet.  

THE HORROR OF PARTY BEACH beginnt schwungvoll am besagten Strand, an dem sich die kesse Tina mit ihrem Lover Hank anlegt, weil sie diesem etwas zu vergnügungssüchtig ist. Als hätte sie einen Ruf zu verlieren, schmeißt sie sich bei der folgenden Twist-Tanzchoreografie auch gleich an den Chef einer Motorrad-Rockerbande ran, der sich nicht lang lumpen lässt, bis es zur handfesten Auseinandersetzung mit Hank kommt. Die beiden Männer reichen sich nach getaner Arbeit die Hände und lassen Tina doof rumstehen, sodass sie beim folgenden Badegang als erste den Monstern zum Opfer fallen darf. Die Fischmenschen sind natürlich der große Clou des Films: Ihre Verwandlung wird mit fadenscheinigen Rückprojektionen und Überblendungen hingetrickst, bevor man den fertigen Fischmann dann der Einfachheit halber durch ein Aquarium filmt. Die Kostüme bestehen aus übereinander genähten Plastiklappen (= Schuppen) und Gummipatschehänden sowie gigantischen Fischköpfen, die die Schauspeiler aber nicht wie Masken über dem Gesicht tragen, sondern wie Hüte auf dem Kopf. Das führt dazu, dass die Fischmonster senkrecht nach oben gucken, wenn sie aus dem Wasser auftauchen, und nur wenig elegant dabei aussehen. Trotzdem darf man die Biester nicht unterschätzen: Ihre Lust auf weibliches Menschenfleisch scheint unstillbar: Erst werden drei Freundinnen beim Reifenwechseln im Wald überfallen, dann schließlich ein ganzes Studentinnenwohnheim – und ein Fischmann, der nix abbekommen hat, angelt sich vor lauter Frustration sogar eine Schaufensterpuppe, wobei er sich an der eingeschlagenen Scheibe den kompletten Arm abschneidet.  

Dieser Arm beschäftigt dann auch Dr. Gavin, der fieberhaft nach einer Lösung für die Problemfischmänner sucht. Sein abergläubisches schwarzes Dienstmädchen Eulabelle ist eher pragmatisch veranlagt, schüttet kurzerhand ein ungünstig herumstehendes Glas über den für unzerstörbar gehaltenen Arm, woraufhin dieser sich in seine Bestandteile auflöst. Eureka, her mit dem Sodium! Während Hank mit seinem schicken Cabrio nach New York fährt, um dort sämtliche Soidum-Vorräte einzukaufen, und einen äußerst miesen Orientierungssinn offenbart – die Reihenfolge, in der die New-York-Sehenswürdigkeiten in der folgenden obligatorischen Montage aneinandergeschnitten werden, lässt jedenfalls auf eine echte Irrfahrt schließen und macht die Aussage Eulabelles, man solle Hank nicht vor Einbruch der Dunkelheit zurückerwarten, sofort plausibel. Während Hank sich also ein Navigationsgerät wünscht, suchen Dr. Gavin und ein paar Freiwillige sämtliche Gewässer des Ortes ab, um die Spuren der Monster zu finden. Seine Tochter Elaine (der die Del-Aires auch ein Stück gewidmet haben) wird von den Fischmännern gestellt, weil sie tatsächlich als Einzige auf die Idee gekommen ist, just an dem Gewässer zu suchen, an dem zuvor diverse Mädchen verschwunden waren. Elaine kann rechtzeitig gerettet werden, Hank kommt mit dem Sodium an und unter viel Qualm und Krawumm segnen die bösen Kreaturen, die eine Zeitung schön sachlich als „Sea Zombies“ tituliert hat, das Zeitliche.

Als Zuschauer darf man sich mit einem breiten Grinsen zurücklehnen, feststellen, dass die Kreuzung von Beach- und Monsterfilm eindeutig riesiges Potenzial hat, das bislang viel zu wenig genutzt wurde und man sich dieser von Fukushima-Panik geprägten Tage ruhig mal eine Scheibe Gelassenheit von den Protagonisten abschneiden könnte: Die wissen alle, dass regelmäßig radioaktive Abfälle ins Meer gekippt werden, nehmen das aber überaus sportlich zur Kenntnis. Solange keine Fischmonster die Frauen aufessen, kann man mit so ein bisschen Dreck ganz gut leben.

Kommentare
  1. El Tofu sagt:

    Ziemlich unterhaltsamer Film. Irgendwie auch auf eine ganze eigene Art trashig.

  2. Alex sagt:

    In Sachen Strand und Monster ist auch THE BEACH GIRLS AND THE MONSTER sehr zu empfehlen.

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