violenza in un carcere femminile (bruno mattei, italien/frankreich 1982)

Veröffentlicht: Oktober 1, 2011 in Film
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Emanuelle Kendall (Laura Gemser) wird in ein Frauengefängnis gesteckt, dessen Inhaftierten unter unmenschlichen Bedingungen leben müssen. Neben der harten Arbeit in einer Kiesgrube müssen sie immer wieder die Grausamkeiten der Wärterin Rescaut (Franca Stoppi, die gruselige Matrone aus BUIO OMEGA) über sich ergehen lassen. Nur im Arzt Dr. Moran (Gabriele Tinti), der selbst wegen der Sterbehilfe an seiner Frau einsitzt, haben die Frauen einen Verbündeten. Als herauskommt, dass Emanuelle eine Journalistin ist, die im Auftrag von Amnesty International (!) über die Zustände in Frauengefängnissen berichten soll, gerät sie in Lebensgefahr …

VIOLENZA IN UN CARCERE FEMMINILE, zu deutsch wunderbar knallig LAURA – EINE FRAU GEHT DURCH DIE HÖLLE (ich muss dabei sofort an Uschi Glas denken), darf wohl als einer der besseren Filme bezeichnet werden, die Bruno  Mattei gedreht hat. Wenn man aber bedenkt, dass auf seine Kappe solche unglaublichen Baddies wie das legendäre DAWN OF THE DEAD-Ripoff VIRUS, der dusselige Endzeitfilm RATS – NOTTI DEL TERRORE, das mitleiderregende TERMINATOR-„Sequel“ TERMINATOR II oder die beiden herrlich-blöden Reb-Brown-Actioner STRIKE COMMANDO und ROBOWAR – ROBOT DA GUERRA gehen, relativiert sich die Aussage schon wieder erheblich. VIOLENZA funktioniert in der ersten Dreiviertelstunde tatsächlich ganz gut, versinkt dann aber nach und nach in denselben Mängeln, die alle Mattei-Filme auszeichnen, die ich kenne. Die Schauspielerführung ist hölzern, die Regie uninspiriert und unkreativ, Effekte und Ausstattung billig bis zum Gehtnichtmehr (der Film kostete nach Angaben von Mattei 67.000 Dollar) und der treibende Synthiescore von Luigi Ceccarelli zwar sehr effektiv in seiner Emulation von Goblin und Carpenter, aber eben auch ziemlich entwaffnend, weil er vor allem die Kluft zwischen der Spannung, die er selbst evoziert, und dem, was tatsächlich geboten wird, akzentuiert.

Das größte Manko des Films ist aber ohne Zweifel, dass die eigentlich interessante Geschichte total umständlich erzählt wird. Dass Emanuelle eine Journalistin ist, kommt erst nach einer guten Stunde ans Tageslicht, kurz bevor das dann auch die bösen Gefängnisleiter mitbekommt. Die Suspense, die sich aus dem Wissensvorsprung des Zuschauers gegenüber den Schurken ergeben hätte, die Spannung, ob es Emanuelle gelingt, ihr Geheimnis zu wahren, sie verpuffen einfach. So plätschert der Film von einer theatralischen, aber eben auch an Schülertheater erinnernden, Szene und einer müden Geschmacklosigkeit zur nächsten, wobei die größte sicherlich die ausgesprochene Hässlichkeit des Films ist. Das könnte man durchaus noch als Pluspunkt sehen: Von den bisher von mir geschauten WiP-Filmen, kann man VIOLENZA immerhin bescheinigen, dass er der „realistischste“ ist. Statt der Supermodels aus den Jack-Hill-Filmen oder der ins Surreale übersteigerten Sadomaso-Fantasie Jess Francos gibt es hier überwiegend unansehnliche Hackfressen, die in wenig dekorative graue Kartoffelsäcke gehüllt werden. Und die Foltermethoden sind auch vergleichsweise bodenständig. Glamour bringen höchstens Laura Gemser, die sich trotz ihres Ruhm wohl für nichts zu schade war, und Gabriele Tinti, dessen Talent hier weitestgehend verschenkt ist. Dafür geben die Ratten, für die Mattei ein offensichtliches Faible hat, ihr Bestes und sorgen für die beste Szene in einem Film, der viel besser, aber eben auch noch deutlich schlechter hätte sein können.

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Kommentare
  1. Agis Sideras sagt:

    Hast du auch Laura 1 + 2 vor? Vor allem der zweite ließe sich ebenfalls zu den Fähigkeiten und Beschränkungen Signore Matteis heranziehen.

    • Oliver sagt:

      Vorerst nicht. Habe den ja nicht wegen Laura Gemser oder Mattei gesehen, sondern wegen Frauenknast. Mehrere Matteis hintereinander wären mir wohl auch einfach zu krass. 🙂

  2. Agis Sideras sagt:

    Ups, sorry. Das ist ja ein Laura-Film.

  3. Agis Sideras sagt:

    Danke für deine prompte Antwort trotz meines Versehens. Dann empfehle ich dir tatsächlich allen Ernstes in der geeigneten Phase Laura 2 … und sage mal gar nichts weiter.

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