hi-riders (greydon clark, usa 1978)

Veröffentlicht: Oktober 13, 2011 in Film
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Mark (Darby Hinton) und seine fesche Freundin Lynn (Diane Peterson) suchen mit ihrem Thunderbird nach „Action“ und treffen auf die Hi-Riders, eine Rockergang, die sich ihre Zeit mit illegalen Straßenrennen vertreibt. Nach anfänglichen Konflikten werden die beiden in die Gang aufgenommen. Als eines der Rennen mit einem Außenstehenden, dem Sohn des Unternehmers Mr. Lewis (Stephen McNally), einen tödlichen Verlauf nimmt, formiert der einen Lynchmob gegen die Hi-Riders, dem nur Mark, Lynn und der Anführer der Gang Mike (Ralph Meeker) entkommen. Sie wollen Rache …

Für seinen vierten Spielfilm verquickt Regisseur Greydon Clark den damals schon leicht angestaubten Rockerfilm mit dem durch aktuelle Erfolge wie EAT MY DUST!, GRAND THEFT AUTO, CANNONBALL oder SMOKEY AND THE BANDIT schwer im Trend liegenden Car-Crash-Film. Die Verbindung von kuttentragenden und biertrinkenden Männern, ihren wilden, ständig blank ziehenden Weibern und den aufgemotzten Karren ist nicht unbedingt plausibel, aber verglichen mit neumodischem und unangenehm materialistisch anmutenden Hochglanzschnickschnack wie der FAST & FURIOUS-Reihe dann doch recht sympathisch. Clark, der durch die harte Exploitationschule Al Adamsons ging, für dessen Megahit SATAN’S SADISTS ebenso das Drehbuch schrieb wie für den monolithischen Baddie DRACULA VS. FRANKENSTEIN, liefert den PS-Süchtigen im Publikum dann auch jede Menge Stoff, beschränkt sich während der gesamten ersten Hälfte des Films darauf, das (in dieser epischen Breite nicht mehr ganz so) lustige Lotterleben der Hi-Riders einzufangen, und bequemt sich erst dann, so etwas wie einen Plot zu etablieren. Für denjenigen, der nicht schon beim bloßen Anblick eines amerikanischen Muscle Cars die Hose aufgeht (wie mir), bietet HI-RIDERS dann auch reichlich Gelegenheit, das Klo oder den Kühlschrank aufzusuchen, auch wenn die Langeweile, die er produziert, etwas hübscher anzusehen ist als in THE BAD BUNCH. Das ist wohl auf die Kameraarbeit von Dean Cundey zurückzuführen, der oft mit Clark zusammenarbeitete, bevor er größere und bessere Filme ablichten durfte. In die genau entgegengesetzte Richtung bewegten sich Schauspieler wie Mel Ferrer, Neville Brand und Stephen McNally, die für ihre wahrscheinlich in wenigen Stunden eingekurbelten Szenen die vorderen Plätze in den Credits einheimsten und etwas verwitterten Glamour mitbringen. Im Finale ist Clark dann sichtlich bemüht, vorher Versäumtes nachzuholen, quetscht ebenso viele Wendungen in die letzten fünf Minuten, wie es in den 85 Minuten zuvor Autounfälle gab und lässt nach getaner Arbeit einfach die Credits rollen. Richtig gut ist das nicht, und dass Stuntman Vic Rivers für diesen Film bei einem missglückten Stunt sein Leben  ließ, ist eine besonders tragische Verschwendung.

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