wacko (greydon clark, usa 1982)

Veröffentlicht: Oktober 14, 2011 in Film
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Vor 13 Jahren, kurz vor der Halloween Prom Night, wurde Marys (Julia Duffy) ältere Schwester von einem Rasenmäher-Mörder mit Kürbismaske ermordet. Dieses Verbrechen hat jedoch nicht nur Mary traumatisiert, sondern auch den damaligen Rookie-Cop Harbinger (Joe Don Baker), der seit jener Nacht keine Stunde geschlafen hat. Mit Recht, denn der Killer wurde nie gefasst und treibt nun erneut sein Unwesen …

WACKO ist der grob misslungene Versuch einer Horrorfilm-Parodie nach dem Vorbild der Zucker/Abrahams/Zucker-Filme, der jedoch ziemlich eindrucksvoll deutlich macht, dass es längst nicht ausreicht, in jeder Minute einen Gag auf Kosten berühmter Filme in der Hoffnung abzufeuern, dass irgendeiner davon schon kleben bleiben wird. Eigentlich ist WACKO noch nicht einmal eine Parodie, weil sich sein Witz darauf beschränkt, Horrorfilme wie HALLOWEEN, PROM NIGHT, THE EXORCIST, THE OMEN oder PSYCHO in plumpen Kalauern zu referenzieren, ohne dass diese jedoch auf einem tieferen Verständnis der Originale beruhen würden. Während etwa der ZAZ-Film AIRPLANE! die Struktur des Katastrophenfilms perfekt emuliert, hat WACKO mit den Filmen, die er auf die Schippe nimmt, nichts weiter zu tun, als dass er inhaltliche Versatzstücke aufgreift und ohne Sinn für eine übergeordnete Dramaturgie aneinander reiht. Es gibt durchaus ein paar brauchbare Gags, doch auch diese verpuffen meist, weil sie von Clark ohne Sinn für Timing inszeniert wurden. Ein Witz ist nunmal nicht per se witzig, sein Erfolg hängt davon ab, wie er erzählt wird und hier versagt Clark völlig. Während die ZAZ-Filme von Beginn an einen Ton und eine Logik etablieren, innerhalb derer auch völlig schwachsinnige Ideen zünden, hat man bei WACKO stets das Gefühl, bevormundet zu werden. Jeder Witz wird in einer Art und Weise eingefangen, die dem Zuschauer ganz unmissverständlich klarmacht, dass er jetzt gefälligst zu lachen hat. Und das funktioniert einfach nicht.

Wenn man dann doch mal schmunzelt, dann ist das den Schauspielveteranen George Kennedy – der sein komisches Talent ja später im ZAZ-Film THE NAKED GUN unter Beweis stellen durfte – und Joe Don Baker zu verdanken, die ihre Rollen mit einer Verve angehen, die der Film eigentlich nicht verdient hat. Allein wie Baker hier aussieht ist schon aller Ehren wert, und wenn der beim Bespannen seiner minderjährigen Töchter erwischte Doctor Graves (Kennedy) die Standardausrede, er mähe den Rasen, auch dann noch bringt, wenn er auf einer Leiter stehend durch ein Fenster im ersten Stock glotzt, ist das ein Beispiel für eben jene Absurdität, die die ZAZ-Filme so brillant zu etablieren wussten. Leider beackert Clark – es verwundert nicht wirklich – eher das Terrain des tumben Herrenwitzes, bleibt dabei aber auf einem solch jämmerlichen Niveau, dass noch nicht einmal Andrew Dice Clay als – festhalten – Tony Schlongini damit etwas anfangen kann. Mein „Lieblingsgag“ ist die Antwort von Doctor Graves auf die Frage seiner Ehefrau (Stella Stevens), wie er denn eigentlich mit Vornamen heiße. „Doctor“ sagt er. Das sei tatsächlich nur ein Vorname, er habe nie ein Medizinstudium abgeschlossen. Und wie war der Name seines Vaters, will die Frau wissen? „Der hieß ,Nurse‘.“ – Ich habe durchaus ein Faible für Zoten und Albernheiten, aber wenn das der größte Lacher ist, den man vorzuweisen hat, sollte man von Komödien vielleicht besser Abstand nehmen.

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