amazon women on the moon (john landis/joe dante/carl gottlieb/peter horton, robert k. weiss, usa 1987)

Veröffentlicht: Dezember 11, 2011 in Film
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Ein geruhsamer Feierabend gerät für einen Mann (Arsenio Hall) dank unzuverlässiger elektronischer Geräte zu einer Verkettung absurder Pannen, die mit seinem Tod enden. Ein Arzt (Griffin Dunne) versucht ein Ehepaar (Michelle Pfeiffer & Peter Horton), dessen Neugeborenes dummerweise „verlegt“ wurde, mit nur mäßig gelungenen Täuschungsversuchen von dieser Panne abzulenken. Ein Junge will eigentlich nur diskret ein paar Kondome kaufen, um sein erstes Mal zu erleben, gerät als millionster Kunde jedoch in eine riesige Werbezeremonie. Der nichts Böses ahnende Jerry (Steve Guttenberg) wird beim ersten Date mit Karen (Rosanna Arquette) mittels neuester Technik als unzuverlässiger Filou enttarnt. Der brave Harvey Pitnik (Archie Hahn) erleidet einen Herzinfarkt, als sein Leben in einer Literatursendung einen herben Verriss erntet, und seine Beerdigung gerät zu einer Comedyveranstaltung bei der er auch nach seinem Tod noch verspottet wird – auch von seiner Gattin!

Dazwischen laufen der Fünfzigerjahre-Science-Fiction-Film „Amazon Women on the Moon“, Henry Silvas Sensationsshow „Bullshit or Not?“ (Waren Jack the Ripper und das Ungeheuer von Loch Ness ein und dieselbe Person?) und der Universal-Schwarzweißgrusler „Son of Invisible Man“, dessen Unsichtbarer (Ed Begley jr.) nicht bemerkt, dass er mitnichten unsichtbar ist. B. B. King macht Werbung für die Initiative „Blacks without Soul“, die sich u. a. Pimps mit Vorliebe für den zuverlässigen Volvo Kombi oder aber dem Sänger Don Simmons (David Alan Grier) widmet, der mit Vorliebe kitschige Schlager singt. Andere Werbespots preisen „Silly Paté“, Kunsthaar aus Teppichfaser, erotische Literatur, das „Pethouse Girl of the Month“, das überall unbekleidet herumläuft, und Firesales im Kunstmuseum. Der arme Rentner Murray (Lou Jacob) schaut nur in Unterwäsche bekleidet überall mal rein, weil seine neue Fernsehbedienung ihn geradewegs ins Programm gebeamt hat.

Die Quasi-Fortsetzung von KENTUCKY FRIED MOVIE vereint auf engstem Raum – der Film dauert gerade mal 75 Minuten – liebevolle Spoofs, albernen Klamauk und absurde Non-sequiturs, die durch die clevere Besetzung geadelt werden. Der Film ist zwar so ziemlich das Gegenteil von „nachhaltig“, aber gerade dadurch erstaunlich zeitlos. Noch mehr als beim Vorgänger hat man hier das Gefühl, der ganze Film sei das Ergebnis eines gemeinsamen Besäufnisses und eines kurzentschlossen anberaumten Drehs mit guten Freunden, die nur zu gern bereit waren, bei dem Spaß mitzumachen. Die Qualität und der Kultstatus des ersten Zucker/Abrahams/Zucker-Films wird nicht ganz erreicht, aber darüber sieht man nur zu gern hinweg, weil AMAZON WOMEN ON THE MOON auf durch und durch sympathische Art und Weise unambitioniert ist. Ich habe mich bei dieser ersten Sichtung nach etlichen Jahren nicht gerade kaputtgelacht, aber das Grinsen hat mein Gesicht eigentlich nie verlassen. „Nett“ heißt hier tatsächlich genau das und ist keineswegs als boshafter Euphemismus zu verstehen.

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Kommentare
  1. Genzel sagt:

    Ja, die absurde Klasse von KENTUCKY FRIED MOVIE wird nie erreicht, aber Spaß hat der mir immer gemacht – vor allem Arsenio Halls ausufernde Wohnungszerstörung und das von dir ja ebenso angesprochene Segment mit dem „Unsichtbaren“, das ich für eine brillante Parodie halte. Eine Zeitlang war auch das der schönste Insider-Schmäh, wie der vermeintlich Unsichtbare Gegenstände in die Luft zu halten und dabei „uuuuh“ zu sagen …

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