rivelazioni di un maniaco sessuale al capo della squadra mobile (roberto bianchi montero, italien 1972)

Veröffentlicht: Dezember 23, 2011 in Film
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Ein Mörder geht um! Seine Opfer sind Ehefrauen hoher Tiere der römischen Gesellschaft, die sich nebenbei mit anderen Männern verlustieren. Der Killer bestraft diesen moralischen Verfall und garniert die Tatorte mit Fotos, die die Damen im Liebsspiel mit ihren Liebhabern zeigen, wobei die Gesichter der Männer unkenntlich gemacht worden sind. Inspektor Capuana (Farley Granger) steht vor einem Rätsel. Bis ihm dämmert, dass auch seine Gattin Barbara (Sylva Koscina) auf der Liste des Mörders steht …

Zu Giallos zu schreiben fällt mir meist schwer. Das Genre ist so kompakt und homogen, dass das, was ich jetzt zu RIVELAZIONI DI UN MANIACO SESSUALE AL CAPO DELLA SQUADRA MOBILE sagen kann, eigentlich fürchterlich trivial ist: Wieder einmal gibt es einen derangierten Killer mit Maske, Handschuhen und äußerst strengem Moralbegriff, der gut aussehende, leicht bekleidete und mit losen Sitten ausgestattete Frauen – der deutsche Titel SCHÖN, NACKT UND LIEBESTOLL bringt es also auf den Punkt – zerschlitzt. Roberto Bianchi Monteros Film schlägt vielleicht etwas mehr als andere Gialli in Richtung Polizeifilm aus – das ist vor allem durch den Protagonisten bedingt, der, von seinen Vorgesetzten unter Druck gesetzt, das altbekannte Lied von den laschen Gesetzen singt, die ihm viel zu wenig Spielraum lassen – vertritt sein Genre aber sonst idealtypisch. Das muss nichts Schlechtes sein, schon gar nicht, wenn das Ergebnis so stilvoll daherkommt wie RIVELAZIONI. Vor allem der traumhafte Giorgio Gaslini trägt dazu bei, dass dieser inhaltlich doch eher stromlinienförmige Filme einen Hauch besser und größer wirkt, als er eigentlich ist, ebenso wie die durchweg schöne Fotografie, die das Glück hat einige der schönsten Frauen des italienischen Kinos jener Zeit ablichten zu dürfen. Das Ende hebt den Film dann noch einmal ein Stück vom Gros des Genres ab, verkneift sich die sonst übliche von Freud geborgte Analyse der Tätermotivation, und beschert dem Protagonisten stattdessen ein tragisches und ziemlich tolles ambivalentes Ende, dass ihn nämlich als genauso „schlecht“ oder „unmoralisch“ ausweist, wie jene, für die er zuvor nur leise Verachtung übrig hatte. Eine runde Sache, über die ich jetzt nicht viel mehr sagen muss. Außer dass die deutsche DVD von Camera Obscura einen Pflichtkauf für Freunde des Italokinos darstellt. Aber auch das dürfte keine Neuigkeit sein.

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