el ojo del huracán (josé maría forqué, spanien/italien 1971)

Veröffentlicht: Dezember 29, 2011 in Film
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Die wohlhabende Künstlerin Ruth (Analìa Gadé) trennt sich von ihrem Ehemann Michel (Tony Kendall), als sie sich in den attraktiven, smarten Paul (Jean Sorel) verliebt. In ihrer luxuriösen Mittelmeervilla haben die beiden eine leidenschaftliche Romanze, bis zwei rätselhafte Unfälle Ruth beinahe das Leben kosten. Ruth vermutet ihren eifersüchtigen Ehemann dahinter, der bald wieder bei ihr auftaucht. Doch dann belauscht sie ein geheimes Gespräch der beiden Männer …

Kein lupenreiner Giallo, sondern ein sehr ruhiger und entspannter Thriller, dessen mediterranes Flair und die Bilder der von der Nachmittagssonne beschienenen Naturschönheit den Vergleich mit etwa Lenzis SPASMO oder Caianos L’OCCHIO NEL LABIRINTO heraufbeschwören, dessen Plotline mit Mordkomplott und Dreiecksbeziehung hingegen an einen Film Noir mit vertauschten Geschlechterrollen denken lässt (beim Noir ist ja in der Regel der Mann derjenige, der verraten wird, hier ist es die Frau). Forqué inszeniert seine Geschichte mit viel Geduld und setzt dabei voll auf die Stimmung von Müßiggang und Tagträumerei, die nicht nur seiner Protagonistin die Sinne vernebelt. EL OJO DEL HURACÁN wirkt irgendwie irreal mit seinem Sonnenglitzern auf der trügerisch ruhigen Meeresoberfläche und dem charmanten Lächeln Pauls, der einfach zu perfekt ist, als dass mit ihm nicht etwas faul sein könnte. Wenn die schmucke Fassade langsam wegbröckelt, erhalten seine edlen Züge, sein selbstbewusstes verführerisches Lächeln und sein weltmännischer Charme plötzlich heftige Schlagseite Richtung Psychopathentum: Jean Sorel liefert eine Glanzleistung ab, agiert sehr subtil und versteigt sich niemals zu wildem Grimassieren. Es sind nur Nuancen, die sein Spiel in der ersten Hälfte des Films von dem in der zweiten unterschieden und das macht ihn geradezu teuflisch effektiv. Die schöne Analía Gadé, die die etwas undankbare Rolle der Betrogenen innehat, macht die Verletzung ihrer Ruth sehr nachvollziehbar und hilft so dabei, den eigentlich sehr abgebriffenen Stoff lebendig zu halten. So ist es dann auch zu verschmerzen, dass EL OJO DEL HURACÁN kein großer Wurf, sondern lediglich ein sehr solider Euro-Thriller geworden ist, dem Atmosphäre und Stil alles sind und dem ich es daher nur zu gern verzeihe, dass er darüber Innovation und erzählerische Raffinesse etwas vernachlässigt.

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