il coltello di ghiaccio (umberto lenzi, italien/spanien 1972)

Veröffentlicht: Januar 8, 2012 in Film
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Seitdem Martha Caldwell (Carroll Baker) vor 15 Jahren zusehen musste, wie ihre Eltern in einem Zugunglück starben, vor dem sie ihr Vater sie durch einen beherzten Fensterwurf bewahren konnte, ist sie stumm. Als ihre Cousine Jenny (Ida Galli) sie im Haus von Marthas Onkel Ralph (George Rigaud) besucht, bei dem diese seit dem Tod der Eltern lebt, beginnt eine furchtbare Mordserie: Zuerst muss Jenny ihr Leben lassen, dann stirbt auch die Haushälterin. An den Tatorten werden satanische Symbole gefunden. Wer ist der Killer?

IL COLTELLO DI GHIACCIO, was so viel wie „das Messer aus Eis“ bedeutet, bezieht sich im Titel auf ein Poe-Zitat: „Fear is a knife of ice which penetrates the senses down to the depth of conscience.“ Diese Angst wird zu Beginn sehr schön illustriert, wenn Martha ihre Cousine an einem für sie traumatisch aufgeladenen Ort abholt – dem Bahnhof – und sich angesichts eines heranrasenden Zuges voller Angst abwenden muss. Man sollte meinen, dass Lenzi aus der Konfrontation einer traumatisierten Person mit einem rätselhaften Mörder genug Material für einen spannenden Giallo ziehen sollte, doch leider ist IL COLTELLO DI GHIACCIO zusammen mit SETTE ORCHIDEE MACCHIATE DI ROSSO der zweite Genrebeitrag Lenzis, der den mit dem famosen SPASMO geschürten Erwartungen nicht standhalten kann. Die Besetzung der knapp 40-jährigen Carroll Baker in der Rolle einer Frau, die mehr als zehn Jahre jünger sein sollte, ist dabei nicht das größte Problem des Films: Er ist einfach ziemlich langweilig, ohne wirklich schlecht zu sein. Die Serie von Morden, die von der Polizei im Brustton der Überzeugung einem „Sex Maniac“ zugeschrieben wird und dann sogar einen satanischen Hintergrund zu haben scheint, spitzt sich nie soweit zu, dass man das Gefühl hat, der Lösung des Rätsels wirklich näher zu kommen. Wenn IL COLTELLO DI GHACCIO zuende ist, fühlt man sich etwas geprellt: Zwar gehört es zu einem gescheiten Giallo ja irgendwie dazu, eine Auflösung zu präsentieren, auf die man als Zuschauer nun garantiert nicht selbst kommen konnte, dennoch gelingt es den besseren Vertretern des Genres halbwegs plausibel zu machen, dass wenigstens die Protagonisten wissen, wohin die Reise geht.  Dieser Lenzi-Giallo verpasst eine Zuspitzung, ein Aussortieren von Verdächtigen, das nicht identisch ist mit ihrer Ermordung, das Verfolgen einer Fährte bis zu ihrem logischen Endpunkt: Irgendwann sind die 90 Minuten rum und dann wird der Mörder präsentiert, ohne dass das wirklich zwingend erscheint.

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