the vault of horror (roy ward baker, goßbritannien 1973)

Veröffentlicht: März 5, 2012 in Film
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In einem Bürogebäude besteigen fünf Männer den Aufzug, der sie jedoch erst im „Sub-Basement“ entlässt. Weil es dort keinen Ausgang gibt, beschließen die Männer das Beste aus ihrer Lage zu machen. Sie setzen sich zusammen, gießen sich einen edlen Tropfen ein und beginnen über ihre Albträume zu sprechen: 1. Harold Rogers (Daniel Massey) kehrt in einem Restaurant ein, nachdem er seine Schwester ermordet hat. Doch das Etablissemnt hat eine sehr spezielle Klientel … 2. Der penible Arthur Critchit (Terry-Thomas) terrorisiert seine in häuslichen Dingen etwas ungeschickte Gattin Eleanor (Glynis Johns) mit seinem Ordnungswahn. Als sie versucht, ein ihr in seiner Abwesenheit unterlaufenes Malheur zu beheben und dabei alles nur noch schlimmer macht, kommt es zum Konflikt … 3. Der Zauberkünstler Sebastian (Curd Jürgens) stößt bei seinem Indienaufenthalt auf eine Frau, die ihm einen verblüffenden Seiltrick vorführt, sich jedoch weigert, ihn zu verkaufen. Sebastian greift zu drastischen Maßnahmen, doch er findet keine Freude an dem neu erworbenen Trick … 4. Maitland (Michael Craig) täuscht seinen Tod vor und lässt sich lebendig begraben., um seine Lebensversicherung einzustreichen. Ein Freund soll ihn rechtzeitig exhumieren. Doch der macht sich mit der Belohnung aus dem Staub und stattdessen machen sich zwei mittellose Medizinstudenten an Maitlands Grab zu schaffen: Sie brauchen dringend einen Körper, um für ihr Examen zu lernen … 5. Der in der Karibik lebende Maler Moore (Tom Baker) findet heraus, dass er betrogen wurde: Seine Bilder sind für viel mehr Geld verkauft worden, als er jemals dafür bekommen hat. Er sucht einen Voodoo-Priester auf, dessen Zauber ihm die Fähigkeit verleiht, Bilder als Vodoopuppen-Äquivalent zu malen. Zwar hat er in der Folge viel Freude an den Porträts der Übeltäter, doch muss er dafür sein Selbstbildnis hüten wie seinen Augapfel …

Die von Roy Ward Baker inszenierte Forsetzung von TALES FROM THE CRYPT, basiert wie jener auf Geschichten der gleichnamigen Comicserien aus der Feder von William Gaines, teilt mit dem direkten Vorgänger die meisten von dessen Stärken und Schwächen, fällt insgesamt aber noch eine Ecke unspektakulärer als jener aus. Der Gewaltanteil wurde noch einmal reduziert: Für einen Horrorfilm ist THE VAULT OF HORROR ziemlich ungrafisch und gleich zweimal wird der blutige Höhepunkt nur wenig elegant mittels Freeze Frame festgehalten und so entschärft. Mit der zweiten Episode, „The Neat Job“, gibt es sogar eine offen komödiantisch angelegte Geschichte, die mit Terry-Thomas aber brillant besetzt ist und so neben der letzten und längsten Episode zum Höhepunkt des Films avanciert. Diese, „Drawn and Quartered“ betitelt, schließt dann auch noch einmal an die Highlights „Poetic Justice“ und „Blind Alley“ aus TALES FROM THE CRYPT an, leider aber ohne dabei wie diese ein wirklich griffiges, nachhaltiges Bild zustande zu bringen. THE VAULT OF HORROR bietet 90 Minuten lang sehr akzeptables und natürlich vor allem sehr sympathisches Entertainment – wer britische Horrorfilme jener Zeit mag, der wird auch hier nicht wirklich enttäuscht werden -, aber ihm fehlt der letzte Kick, ein großer Besetzungscoup, ein knackiger Spezialeffekt, eine gruselige Maske oder eben ein besonders sadistischer Einfall. Exemplarisch dafür stehen die Episoden drei und vier, aus deren Prämisse man sehr viel mehr hätte machen können und deren jeweilige Auflösungen nicht das halten können, was der Aufbau noch versprochen hatte. Der Vorteil an dieser „Unterperformance“: Die Rahmenhandlung, die wie schon jene in TALES FROM THE CRYPT sehr einfallslos und unfertig rüberkommt, verpasst dem Film keinen Dämpfer, sondern fügt sich weitaus besser ins Gesamtgefüge ein. Das klingt jetzt sehr böse und hört sich so an, als hätte ich den Film überhaupt nicht gemocht. Das stimmt nicht, er hat mir aller objektiven Schwachpunkte zum Trotz gut gefallen und durchaus Freude gemacht. Aber seine Stärken sachlich-objektiv zu verargumentieren ist nicht so einfach: Man muss einen Draht zur Stimmung dieser Filme haben, sich in ihre unaufgeregte Art, ihren Tongue-in-cheek-Humor einfinden und am besten – hier tut sich eine Parallel zwischen dem britischen Horrorfilm der Sechziger und Siebziger und dem dem italienischen Exploitationkino auf – eine Beziehung zu den Akteuren haben, die sie bevölkern, um sie richtig genießen zu können. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann liebt man diese Filme allesamt, ganz unabhängig von ihren jeweiligen Stärken oder Schwächen. Ich befinde mich in dieser glücklichen Lage, deswegen ist THE VAULT OF HORROR auch nur ein weiteres Puzzlesteinchen in einem großen Gesamtbild, das ich in meinem Filmseherherzen mit mir herumtrage – und auf dessen Unversehrtheit ich, analog zum Protagonisten der letzten Epsiode, auch in Zukunft sehr gut aufpassen werde.

Kommentare
  1. Alex sagt:

    Wenn du den von der MGM-Double Feature-DVD gesehen hast, so liegt das mit den wenig saftigen Enden auch daran, daß dort die geschnittene PG-Fassung des Films drauf ist, in der R-Rated gibt es keine Freeze-Frames… 😦 Siehe auch hier: http://monsterkidclassichorrorforum.yuku.com/topic/6020/Fox-s-VAULT-OF-HORROR-the-cut-version#.T1T0DYcaPgI

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