creepshow 2 (michael gornick, usa 1987)

Veröffentlicht: März 26, 2012 in Film
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1. „Old Chief Wood’nhead“: Die Gemischtwarenhandlung des Ehepaars Spruce (George Kennedy & Dorothy Lamour) wird von dem rebellischen Indianer Sam Whitemoon und seinen weißen Proletenkumpels überfallen, das Ehepaar ermordet. Weil Spruce den Indianern immer wohlgesonnen war, begibt sich Chief Wood’nhead, eine vor dem Laden postierte Indianer-Holzstatue, auf Rachefeldzug, um den Mord zu sühnen. 2. „The Raft“: Vier Jugendliche fahren an einen einsamen Bergsee, um sich auf der in der Mitte treibenden Insel zu sonnen. Doch dort angekommen bemerken sie, dass sie von einer Art monströsem Ölteppich belagert werden, der Appetit auf Menschenfleisch hat. 3. „The Hitch-Hiker“: Die untreue Gattin Annie Lansing (Lois Chiles) überfährt auf der Heimfahrt von ihrem Liebhaber einen Anhalter und begeht Fahrerflucht. Doch der Tote erweist sich als äußerst hartnäckig …

Licht und Schatten liegen bei diesem Sequel, das die Klasse der Vorgängers nicht annähernd erreicht, dicht beieinander: Die Rahmenhandlung, ein Trickfilm um einen jungen Comicfan, der sich gegen eine Horde Bullies mit einer fleischfressenden Pflanze wehrt, die er über eine Anzeige in seinem geliebten Horrorcomic bestellt hat, wirkt wie ein müder Abklatsch und kann technisch nicht mit den Animationssequenzen des ersten Teils mithalten, wirkt irgendwie unpersönlich und uncharmant (ein bisschen wie die doofen Trickfilmserien der Achtzigerjahre). Und mit „Old Chief Wood’nhead“ beginnt der Episodenreigen dann gleich mit der schwächsten Geschichte. Unpointiert, vorhersehbar und ohne echten Höhepunkt wird eine Standard-Rachegschichte abgespult, deren einsame Höhepunkte – der immer verlässliche, immer liebenswerte George Kennedy und die lebende Holzstaue – ziemlich verschenkt sind. Das Niveau steigt mit den beiden folgenden Geschichten zwar erheblich, vor allem „The Raft“ ist ziemlich großartig, wenn man bedenkt, wie beknackt seine Prämisse eigentlich ist, doch den pulpigen, barocken Charme des Originals, das die Ästhetik der zugrunde liegenden Comics durch eine recht avancierte Bildgestaltung und Schnitttechnik und angemessen übersteuerte Performances eines Allstar-Casts einfing, vermisst man hier schmerzlich. Michael Gornick, dessen einziger Kinofilm dies blieb, inszeniert bestenfalls zweckmäßig, ohne nennenswerte Ideen oder das Gespür für saftige Bilder, nach denen der Stoff eigentlich verlangt. Was verwunderlich ist, denn als DoP von solchen nun nicht gerade blass zu nennenden Filmen wie MARTIN, DAWN OF THE DEAD oder DAY OF THE DEAD hätte man das eigentlich erwarten können. So verwundert es immerhin nicht, dass er nach diesem Abstecher  wieder ausschließlich fürs Fernsehen tätig war. Wenn CREEPSHOW 2 packt, dann geht das vor allem auf das Konto der Effektleute, die in „The Raft“ und „The Hitch-Hiker“ ganze Arbeit geleistet haben und erheblich dazu beitragen, dass diese Epsioden dann doch noch eine Schlagseite in Richtung schmerzhaften Körperhorrors bekommen.

Man sollte diese Kritik nicht überbewerten: CREEPSHOW 2 ist ein nettes Horrofilmchen für Zwischendurch, nicht wirklich schlecht, aber eben kein Stück nachhaltig. Was ja nun auch nicht so richtig verwunderlich ist, wenn man bedenkt, welcher Quelle hier Tribut gezollt werden soll. Wie viele dieser Episodenfilme können schon für sich beanspruchen, einen über das kurzweilige Amüsement hianus beschäftigt zu haben? Eben. Daran gemessen schneidet dann auch CREEPSHOW 2 nicht so schlecht ab. Bedenkt man aber, was George A. Romero im Vorgänger aus der Prämisse herausgeholt hatte, dann ist Gornicks Sequel schon ein bisschen ernüchternd.

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