tnt jackson (cirio h. santiago, usa/philippinen 1974)

Veröffentlicht: April 24, 2012 in Film
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Die Karatespezialistin TNT Jackson (Jeannie Bell) reist auf der Suche nach ihrem Bruder nach Hongkong und schleicht sich dort in eine Verbrecherorganisation ein. In dieser ist auch der Karatekämpfer Charlie (Stan Shaw) tätig, doch er hat Aufstiegsambitionen und möchte den Drogenhandel in die eigene Hand nehmen …

Dass einem diese Geschichte bekannt vorkommt, ist noch nichts Besonderes, basieren doch wahrscheinlich 1.353 Actionfilme auf einer ähnlichen Storyline. Doch so unmittelbar nach Santiagos FIRECRACKER betrachtet, fällt diese „Ausrede“ gleich um ein Vielfaches weniger überzeugend aus. Um es kurz zu machen: FIRECRACKER ist nichts anderes als ein „Remake“ von TNT JACKSON, in dem die schwarzen Hauptfiguren kurzerhand durch weiße ersetzt wurden. Da ich schon FIRECRACKER nur sehr, sehr bedingt unterhaltsam fand, ist der Ausschlag, den TNT JACKSON auf meiner persönlichen Erregungsskala auslöst, kaum noch messbar. Klar, als Blaxploiter bringt TNT JACKSON gewisse Schau- und Hörwerte mit sich: Jeannie Bell sieht mit ihrem Monsterafro ziemlich klasse aus, egal ob bekleidet oder unbekleidet, und Stan Shaw ist ein besserer Schurke/Love Interest als das blonde Schnurrbartmilchbrötchen aus FIRECRACKER, auch der Score macht mit seinem unterleibszentrierten Funk ordentlich Stimmung unterhalb der Gürtellinie (na gut, ein bisschen erregt hat mich der Film dann doch), aber dafür hapert es an anderer Stelle: Musste man bei FIRECRACKER den Film ab und zu mal schneller laufen lassen oder ein Double einsetzen, damit man Hauptdarstellerin Jillian Kessler – angeblich ein Karatechampion – abnahm, dass sie ihren männlichen Gegnern wirklich überlegen war, war der Einsatz solch eleganter Methoden hier wohl nicht möglich, sodass Bells Kampfszenen dank eines äußerst gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen holprigen, Schnitts für Epileptiker denkbar ungeeignet sind. Die Kämpfe sind eher armselig, aber das scheint ja fast schon wieder ein Blaxploitation-Standard zu sein, schließlich kam selbst Jim Kelly, der gern als „schwarzer Bruce Lee“ apostrophiert wird, nur ausgesprochen schlecht aus der Hüfte.

TNT JACKSON schleppt sich in seinem Nacheinander aus langweiligem Geschwätz und lahmarschigen Fights so über die Ziellinie und findet in seinen zwei Splatterszenen – garantiert herzschonend ganz am Anfang und ganz am Ende platziert – seine einsamen Höhepunkte: Einem Straßengauner (warum treten Vergewaltiger in diesen Filmen eigentlich immer paarweise auf?) haut Jackson blutig den Arm durch, dem armen Charlie durchschlägt sie gar den Oberkörper und reißt ihm dabei das Herz raus. Nach 72 zähen Minuten ist der Spuk dann auch vorbei. Bis zum nächsten Film von Cirio H. Santiago. Demnächst aus seinem hartnäckigen Schaffen in diesem Blog: FLY ME und COVER GIRL MODELS.

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