resident evil: apocalypse (alexander witt, deutschland/frankreich/großbritannien/kanada 2004)

Veröffentlicht: Juli 21, 2012 in Film
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Nachdem der T-Virus der Umbrella Corporation in den unterirdischen Labors der Firma gewütet hat, erreicht er schließlich die Straßen Raccoon Citys und löst dort eine Zombieepidemie aus. Die Stadt wird abgeriegelt, Spezialeinheiten versuchen die Ausbreitung der Seuche mit Waffengewalt zu verhindern. Da sich jedoch ein Scheitern dieses Plans abzeichnet, wird der Abwurf einer Atombombe auf die Stadt vorbereitet. Die Polizistin Jill Valentine (Sienna Guillory) und der Soldat Peyton (Razaaq Adoti) bemühen sich derweil auf eigene Faust inmitten des tobenden Chaos zu behaupten. Die Cahncen verbessern sich erheblich, als sie auf Alice (Milla Jovovich) treffen, eine ehemalige Sicherheitsbeamtin der Umbrella Corporation und durch Experimente mit dem Virus mit Superkräften ausgestattet …

Zwischen meiner Sichtung des ersten Teils und dieses Sequels liegen rund zehn Jahre: Als begeisterter Spieler der ersten drei Resident-Evil-Spiele für die PlayStation hatte mich die Verfilmung seinerzeit enorm verärgert: Die war mir für einen apokalyptischen Zombiefilm viel zu blutlos geraten, zugunsten eines massentauglicheren Ratings aller potenzieller Härten beraubt – und zudem mit der Geißel einer Heike-Makatsch-Nebenrolle geschlagen. Die Serie war damit für mich gestorben. Nun bin ich zu ihr zurückgekehrt: Die Trailer der Sequels legten nahe, dass sich die Serie konsequent von ihren Wurzeln entfernt hatte, weg von dem doch etwas hüftsteifen Science-Fiction-Horror mit Actioneinlagen hin zum visuell avantgardesken Superheldenfilm, der ganz um die faszinierende Erscheinung von Milla Jovovich kreist. Teil 2 steht noch ganz am Anfang dieser Entwicklung, orientiert sich in seiner Handlung eng am zweiten und dritten Spiel der Reihe und hat mit Alexander Witt einen Regisseur, der in erster Linie damit beschäftigt ist, die holprige und wenig interessante Story abzuwickeln, und nur wenig Ideen zur aufregenden Umsetzung der zahlreichen Action-Set-Pieces mitbringt. Das eine grandiose Bild – Alice rennt vertikal an der Wand eines Hochhauses herunter – das ein visuell ambitionierterer Regisseur wahrscheinlich auf eine längere Sequenz ausgedehnt hätte, wird bei Witt in ein paar Sekunden abgefrühstückt: Der Puls hat gar keine Zeit, zu beschleunigen. Stattdessen hat Witt ein Faible für diese grausamen Wischzeitlupen, wie sie im vergangenen Jahrzehnt en vogue waren (ich glaube, wir haben sie Ridley Scotts GLADIATOR zu verdanken, an dem Witt auch beteiligt war) und nun gottseidank Geschichte sind. Warum dies Witts einzige Regiearbeit blieb, er überwiegend als Second-Unit-DoP arbeitet, verwundert nach RESIDENT EVIL: APOCALYPSE jedenfalls kaum. Er liefert nicht mehr als technisch saubere, aber uninspirierte Lohnarbeit ab.

Trotzdem ist dieser Unfug unterhaltsamer als der Vorgänger: Auch, weil man nicht viel Zeit hat, darüber nachzudenken. Die Actionszenen sind zahlreich und rasant, die Effekte sehr ordentlich, vor allem aber Milla Jovovich in zunehmend zerrissenerer, mehr Haut offenbarender Kostümierung eine kommandierende Präsenz. Leider ist sie hier noch zu sehr in einem traditionellen Erzählgerüst gefangen, das RESIDENT EVIL: APOCALYPSE trotz seiner mit wichtig klingendem High-Tech-Brimborium vollgestopften Story in der B-Movie-Käsigkeit gefangen hält. Trotz Zombies, Apokalypse, Mutationen und Atombomben ist und bleibt Witts Film letztlich also harmloser Kinderkram ohne Potenzial zur Euphorisierung. Ich schätze, dass mit dem nächsten Eintrag in die Reihe – Russell Mulcahys RESDENT EVIL: EXTINCTION – nicht nur der T-Virus die nächste Evolutionsstufe erklimmt.

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