ghost rider (extended version) (mark steven johnson, usa 2007)

Veröffentlicht: August 21, 2012 in Film
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Als ihm der Teufel (Peter Fonda) anbietet, seinen krebskranken Vater im Austausch gegen die eigene Seele zu retten, zögert der Stunt-Motorradfahrer Johnny Blaze keine Sekunde. Sein Vater stirbt jedoch nur einen Tag später bei einem verunglückten Kunstsprung und Johnny muss nun täglich darauf warten, dass der Leibhaftige seine Schulden eintreiben wird. Als des Teufels Sohn, der Dämon Blackheart (Wes Bentley) Jahre später droht, dem Papa Konkurrenz zu machen, ist es dann soweit: Johnny (Nicolas Cage) verwandelt sich auf Geheiß seines Gläubigers in den Ghost Rider, einen skeletalen Dämon, der des nachts auf seinem Motorrad loszieht, um den Willen des Teufels zu erfüllen. Neben allen Belastungen für Leib und Seele kommt Johnny dieses Schicksal auch privat sehr in die Quere, weil er nämlich gerade dabei ist, seine verflossene Jugendliebe Roxanne (Eva Mendes) zurückzugewinnen ….

Zweitsichtung. Wie schon bei EVENT HORIZON kann ich vermelden, dass sich an meiner Einschätzung von Johnsons zweiter Superhelden-Comicverfilmung nach DAREDEVIL nicht viel geändert hat. Und ebenfalls wie bei EVENT HORIZON läuft meine Meinung dem Konsens krass zuwider: Ich finde GHOST RIDER richtig klasse, auch wenn man kaum verleugnen kann, dass der Film nicht so funktioniert, wie sich das potenzielle Publikum das gewünscht haben mag. GHOST RIDER ist in erster Linie eine One-Man-Show für Nicolas Cage, der den Film an sich reißt, ihn mit seinem Megaacting veredelt und mit seinen bescheuerten Einfällen verhindert, dass man seinen Johnny Blaze auch nur annähernd ernst nehmen kann. Er frisst Jelly Beans aus einem Martini-Glas, hat ein Faible für Affendokumentationen, trinkt Kaffee direkt aus der Kanne, um sich für seine Stunts heiß zu machen, post vor dem Spiegel und sondert eine lakonische Dialogzeile nach der anderen ab. Das ist absolut herrlich – und irgendwie auch die richtige Herangehensweise an die Filmadaption einer Comicreihe, die selbst schon kaum mehr als ein pulpiger Witz ist – wenn der auch mit grimmigem Blick erzählt wird.

Allerdings ist nicht ganz klar, ob auch die anderen Beteiligten in on the joke waren. GHOST RIDER versackt im letzten Akt merklich, wenn es darum geht, die Geschichte um die Rebellion Blackhearts zu einem Ende zu bringen: Der Plot kommt über einen besseren Stichwortgeber für Cage kaum hinaus, das blässliche Jüngelchen Wes Bentley kann dem hyperventilierenden Cage nichts, aber auch gar nichts entgegensetzen und Eva Mendes sieht man förmlich an, wie sie in den gemeinsamen Szenen mit dem Cagester verzweifelt auf die Eingebung wartet, wie sie auf sein Spiel passend reagieren kann. Insofern ist der Hauptdarsteller Fluch und Segen zugleich: Ohne ihn wäre GHOST RIDER wohl nur ein guter, aber wenig inspirierter oder gar inspirierender Superheldenfilm geworden, mit ihm dringt er zwar in ungeahnte Camp- und Humor-Dimensionen vor, büßt dabei aber jede erzählerische Funktionalität ein. Wie man zu GHOST RIDER steht, hängt wohl vor allem davon ab, was einem wichtiger ist und ob man verkraften kann, dass die Vorlage hier schon ein Stück der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Ich finde, dass er ein ziemlich großer Spaß und eine willkommene Ausnahmeerscheinung im Comicverfilmungs-Einerlei ist.

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