the hit list (william kaufman, usa 2011)

Veröffentlicht: September 23, 2012 in Film
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Allan Campbell (Cole Hauser) hatte einen Scheißtag: Die fest eingeplante Beförderung ging an seinen schleimigen Kollegen, zu Hause erwischt er seine Frau (Ginny Weirick) mit seinem besten Freund im Bett und außerdem plagen ihn Schulden bei einem lokalen Gangster. Als er abends in der Bar die Bekanntschaft von Jonas (Cuba Gooding jr.) macht, will er einfach nur reden. Doch der Fremde gesteht ihm nach einiger Zeit, dass er ein Profikiller ist und überredet Allan fünf „Ziele“ auf eine Serviette zu schreiben. Der glaubt an einen Spaß und schreibt die Namen all jener auf, die für seine missliche Lage verantwortlich sind. Doch am nächsten Tag erfährt er, dass sein Chef ermordet wurde …

Nach dem düsteren Copfilm SINNERS & SAINTS, der sich ästhetisch etwas an der Authentizität der Fernsehserie THE SHIELD orientierte, versucht sich Kaufman mit THE HIT LIST erfolgreich an einem Was-wäre-wenn-Szenario, das in seiner Grundkonstellation ein bisschen an Hitchcocks STRANGER ON A TRAIN erinnert. Der Ottonormalverbraucher Allan, ein „Opfertyp“, wird endlich mal beim Wort genommen, obwohl er das gar nicht will, und sieht sich plötzlich im Mittelpunkt eines Kampfes um Leben und Tod. Aber natürlich wächst er an dieser Aufgabe: Er wird von dem Killer mit dem Gottkomplex dazu gezwungen, endlich einmal die Initiative zu ergreifen und zu handeln. Natürlich geschieht das nicht aus reiner Nächstenliebe: Der Profikiller hat Allan die Erfüllung einer ganz besonderen Rolle in seinem Leben zugedacht. Was im schlechtesten Fall eine leblos-überkonstruierte Posse hätte werden können, die sich selbst für cleverer hält als sie tatsächlich ist, gerät dank Kaufmans trockener Inszenierung, aber auch aufgrund der beiden gut aufgelegten Hauptdarsteller zu einem glaubwürdigen und lebendigen Thriller. Der ehemalige Oscar-Preisträger Gooding hat natürlich die attraktivere Rolle, aber es ist Hauser, der als sympathischer Prügelknabe die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sein Allan wirkt einfach echt und das wirkt sich positiv auf den ganzen Film aus, genauso wie die knackig-kurze Laufzeit von 80 Minuten: Kaufman verkneift sich jeden überflüssigen Schnörkel und bringt THE HIT LIST zum Ende, bevor sich Abnutzungserscheinungen einstellen könnten. Mir hat dieser Film zwar nicht ganz so gut gefallen wie seine beiden Vorgänger, aber das ist wohl eher Neigungssache. Mit diesem Film beweist Kaufman, dass er auch größere, prestigeträchtigere Filme inszenieren kann und etabliert sich endgültig als Spezialist für modernes, aber geschichts- und traditionsbewusstes Actionkino. Nice!

Kommentare
  1. Harry sagt:

    Laut IMDb hat Kaufman zwei weitere Filme in der Pipeline. 1. The Mayaguez Incident mit einem angeblichen Budget von 20 Millionen Dollar und 2. Burning Sun mit 6 Millionen und als Darsteller Cole Hauser und Terrence Howard. Bin auf beide gespannt, so sie denn wirklich realisiert werden sollten.

    Gruß
    Harry

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