gator (burt reynolds, usa 1976)

Veröffentlicht: Oktober 7, 2012 in Film
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Weil der korrupte Politiker und Gangsterboss Bama McCall (Jerry Reed) unentwegt Ärger macht, mobilisieren die Behörden McCalls alten Kumpel und Ex-Häftling Gator McKluskey (Burt Reynolds), um den Schurken dingfest zu machen …

Für sein Regiedebüt reaktivierte Burt Reynolds den Hauptcharakter aus seinem Erfolgsfilm WHITE LIGHTNING, dessen wilden Autostunts und sein Südstaaten-Lokalkolorit ihn zu einem Klassiker (und einem meiner Lieblinge aus jener Zeit) machen. Eigentlich eine sichere Sache, sollte man meinen, zumal mit Hal Needham der Mann für die Second-Unit-Regie zuständig war, der schon im Vorgänger zeigte, wie man Autos spektakulär zu Klump fährt. Der Beginn ist dann auch viel versprechend: Eine kurze Dialogszene umreißt die Prämisse des Films, danach geht es in die dekorativen Sümpfe, wo der tollkühne Gator während einer Bootsverfolgungsjagd mehrere Polizeiboote zerstört. In diesem Tempo geht es weiter: Ein jüdischer FBI-Beamter aus New York namens Irving Greenfield (Jack Weston) führt Gator in seine Mission ein und fungiert als eine Art Comic Relief. Schnell gibt es das freundschaftliche Wiedersehen zwischen Gator und Bama, doch ebenso schnell werden die Fronten geklärt. Bamas Versuch, Gator loszuwerden, scheitert, Gator trifft die Journalistin Aggie (Lauren Hutton), die Bama ihrerseits erledigen will, gemeinsam gehen sie gegen den Schurken vor, der dafür dann befreundete Randfiguren killt, bis es schließlich zur Auseinandersetzung kommt. Eigentlich eine Standardgeschichte, die die erprobte Basis für einen vergnüglichen Actioner bieten sollte. Aber GATOR ist ein Flop. Und ich weiß immer noch nicht so genau, was da eigentlich schief gegangen ist.

Für seine Laufzeit von 110 Minuten ist GATOR nämlich relativ kurzweilig. Es gibt wenig Leerlauf, über den man sich beklagen müsste. Es werden nicht gerade Highlights aneinandergereiht, aber man muss auch nicht ständig auf die Uhr schauen. Das Problem ist, dass sich das alles nicht zu einem funktionierenden Ganzen zusammenfügt. Irgendwann ist der Film zu Ende und man hat das Gefühl, dass die meiste Zeit für unwichtigen Quatsch verschleudert wurde. Es gibt keinerlei Spannungsaufbau, keine inneren Konflikte, nichts. Man sollte erwarten, dass Gator Zweifel daran hat, seine Freund auszuliefern, doch der wird von Beginn an als unmissverständlich böse gezeichnet. Und anstatt den Vertrauten zu spielen,um ihn ans Messer zu liefern, sich der Gefahr auszusetzen, irgendwann als Verräter enttarnt zu werden, geht Gator gleich zu Beginn auf Konfrontationskurs. Das ist einfach katastrophal schlecht geschrieben. Auch aus dem Setting macht Reynolds gar nichts, der Film könnte überall spielen. Und er ist hier schon zu sehr auf seinem geckenhaften Playboy-Trip, hat gar kein Interesse mehr daran, den Badass zu geben, den er im Vorgänger verkörperte. In GATOR ist er im Prinzip schon bereit für SMOKEY & THE BANDIT. Wie sehr er mit dem raubeinigen Landei aus WHITE LIGHTNING abgeschlossen hat, zeigt auch sein Love Interest: Lauren Hutton sollte hier eigentlich nicht reinpassen. Tut sie aber doch. Es gibt ein paar ganz nette Szenen und der Schlussfight hat einen tollen, halsbrecherischen Autostunt und eine schöne Kamerafahrt aufzubieten. Aber sonst ist hier nicht viel los. Schade um das schöne Geld.

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