timecop (peter hyams, usa 1994)

Veröffentlicht: Oktober 13, 2012 in Film
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Als die Zeitreise 1994 perfektioniert wird, wird eine neue Polizeieinheit ins Leben gerufen, um verbrecherische Manipulationen der Zeit zu verhindern: die Time Enforcement Commission, TEC. Einer der ausgewählten Beamten ist Walker (Jean-Claude van Damme) und der muss noch vor Dienstantritt erleben, wie seine Frau Melissa (Mia Sara) bei einem Überfall ums Leben kommt. Zehn Jahre später kommt Walker den Machenschaften von Senator McComb (Ron Silver) auf die Schliche: Der macht sich die Zeitreise zunutze, um in der Vergangenheit Geld für seine Präsidentschaftskandidatur zu erbeuten. Die Ermittlungen gegen ihn führen Walker auch zurück in jene schicksalhafte Nacht, in der er seine Frau verlor …

Als TIMECOP damals im Kino lief, interessierte er mich schon wegen seiner 16er-Freigabe nicht: Ein Van-Damme-Film hatte gefälligst blutig zu sein, ein straighter Actioner statt irgendeines Science-Fiction-Hokuspokus mit Computereffekten. Heute besteht das Mainstream-Actionkino zu 99 % aus schwachsinnigen Ideen und Computerfirlefanz und ein Film wie TIMECOP lässt einen fast schon in Nostalgie schwelgen. Zumal da mit Peter Hyams ein Regisseur am Werk war, der das Handwerk (hier macht der Begriff noch Sinn) in den Siebzigern gelernt hatte und demzufolge wusste, wie man Action inszenieren muss, damit sie auch schön physisch rüberkommt. Bei den heute eher schmerzhaft aussehenden CGIs gilt es zwar, die Zähne zusammenzubeißen – schön ist definitiv anders –, aber dieser Mangel lässt sich verschmerzen, weil Hyams‘ das Optimum aus den immer interessantes Entertainment garantierenden Zeitreiseparadoxien herausholt. Die  Idee, einen Cop gegen Zeitreiseverbrecher antreten zu lassen, bürgt für sich genommen schon für campigen Spaß, aber sie erhält den finalen Kick dadurch, dass der Oberschurke in das Unternehmen „Zeitreisepolizei“ involviert ist. So ändert Walker mit seinen Ermittlungen gegen McComb auch stets die Bedingungen seines eigenen Auftrags. Wenn man zu lange über den Film nachdenkt, läuft man Gefahr, sich das Hirn zu verknoten, aber Hyams gelingt es mit seiner schnörkellosen Inszenierung, das alles glasklar erscheinen zu lassen. Wunderbar.

Außerdem ist das natürlich der Film, in dem Van Damme die zweitfurchtbarste Frisur seiner Karriere (nach HARD TARGET) trägt, gleich zweimal seinen Signature Move, den berühmten Spagat, ausführt (einmal davon nur mit Unterhose bekleidet) und man Mia Saras Brüste und Nippel bestaunen darf, was einem in FERRIS BUELLER’S DAY-OFF noch verwehrt geblieben war. TIMECOP ist bestimmt kein vergessener Klassiker oder so was, aber ein Film, dessen Wiederentdeckung einen mit ausnehmend guten Gefühlen erfüült. Ich verspreche gutes, reueloses Entertainment.

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