s.w.a.t. (clark johnson, usa 2003)

Veröffentlicht: Oktober 15, 2012 in Film
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Seinen Verbleib bei der Polizei sichert sich der S.W.A.T.-Cop Jim Street (Colin Farrell), indem er seinen skrupellosen, draufgängerischen Kollegen Brian Gamble (Jeremy Renner) beim Vorgesetzten anschwärzt. Fortan muss er zwar Frondienste in der Waffenkammer verrichten, doch als Sergeant „Hondo“ (Samuel L. Jackson), ein alter S.W.A.T.-Veteran, seinen Dienst als Teamleiter wieder aufnimmt, erhält er eine neue Chance. Gemeinsam mit seinen Kameraden bekommt er gleich eine schwere Bewährungsprobe: Der international gesuchte Schwerverbrecher Alex Montel (Olivier Martinez) konnte durch einen Zufall gefasst werden und muss nun in ein anderes Gefängnis überführt werden. Dass er medienwirksam eine Belohnung von 100 Millionen Dollar auf seine Befreiung auslobt, macht die Ausführung des Jobs nicht einfacher. Und so gibt es dann auch ein Wiedersehen zwischen Speed und Gamble, diesmal auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes …

S.W.A.T., Verfilmung einer mir unbekannten Serie aus den Siebzigerjahren, hat mich durchaus positiv überrascht (vielleicht auch nur, weil ich wirklich das Schlimmste erwartet habe). Zwar ist er alles andere als makellos, mit vielen Fehlern behaftet, die solche Megabuck-Produktionen üblicherweise auszeichnen, und letztlich nur leicht überdurchschnittlich, aber er ist dies auf sehr viel sympathischere Art und Weise, als ich das erwartet habe. Was den Film positiv aus den Massen total egaler, nur auf kurzfristige Bedürfnisbefriedigung abzielender Mainstream-Actioner heraushebt, ist seine Anlage: Johnson macht ein weites Feld auf, führt seinen Protagonisten ein, beleuchtet die Zusammenstellung des Teams und die Ausbildung seiner Mitglieder, baut nebenbei den finalen Konflikt auf und lässt sich dann viel Zeit, den Showdown vorzubereiten. In seinen 115 Minuten deckt S.W.A.T. ein enormes Spektrum ab und vermeidet Langeweile, auch wenn er selten wirklich Neues erzählt. Das ist dann auch sein eigentliches Problem: Er beißt mehr ab, als er eigentlich kauen kann.

Clark Johnson hat nur wenige Filme in seinem Lebenslauf, dafür aber unzählige Serienbeiträge, darunter mehrere Episoden für die brillante Copserie THE SHIELD, deren Einfluss man auch hier zu spüren meint. Für S.W.A.T. bemüht er sich, den Realismus dieser Serie, die Vielzahl interessanter und wichtiger Figuren mit eigenen Geschichten, die Akribie, mit der der Arbeitsalltag und die mit der Polizeiarbeit verbundene Bürokratie und Politik gezeichnet wurden,  auf einen zeitlich enorm komprimierten Film zu übertragen. Das muss misslingen. S.W.A.T. erzählt viel, bleibt dabei aber zwangsläufig immer nur an der Oberfläche. Die Charaktere sind eindimensional, die harte Ausbildung mutet wie ein Spaziergang an, die finale Mission ist ohne rechte Anbindung an den Rest, auf feiste Actioneinlagen, die bebildern, was es mit den „Special Weapons and Tactics“ eigentlich auf sich hat, wartet man vergeblich. Auch wenn das alles viel größer produziert ist und bis in die letzte Nebenrolle mit fähigen Leuten besetzt, ist S.W.A.T. dann doch irgendwie nur Fernsehen. Mit den vielen guten Ansätzen, die nicht richtig zu Ende geführt werden, erinnert er ein bisschen an eine Serie, die nach zwei Episoden wegen schlechter Einschaltquoten abgesetzt wurde. Das haut ja auch von der Länger her hin. Aber immerhin ist es eine Serie, von der man gern mehr gesehen hätte. Wenn ich es mir recht überlege, ist eigentlich nur eine Sache richtig unverzeihlich: Die Besetzung von Samuel L. Jackson in der Rolle eines Ausbilders namens „Hondo“. Gegen dessen immergleichen Shtick muten selbst die wie immer betanktoppte Michelle Rodriguez und der stolz das Sixpack präsentierende LL Cool J wie gegen den Strich besetzt an.

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