puppet master lll: toulon’s revenge (david decoteau, usa 1991)

Veröffentlicht: Oktober 20, 2012 in Film
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Während des Zweiten Weltkriegs versucht Professor Hess (Ian Abercrombie) für die Nazis ein Serum zu entwickeln, mit dem man Tote wiederbeleben kann – ohne Erfolg. Als die Aufmerksamkeit der Nazis auf den systemkritischen Puppenspieler Toulon (Guy Rolfe) fällt, kommen sie ihrem Wunsch jedoch ein Stück näher. Denn dessen Puppen scheinen tatsächlich zu leben. Major Krauss (Richard Lynch) will ihm sein Geheimnis um jeden Preis abjagen …

Heute würde man PUPPET MASTER III: TOULON’S REVENGE als „Prequel“ bezeichnen. 1991 war man da weniger akribisch und freute sich lediglich über eine Fortsetzung, die einem etwas Vorgeschichte zum Puppenspieler Toulon lieferte. Man erfährt zwar nichts wirklich essenziell Neues – was die Nazis von ihm im ersten Teil wollten, war ja klar –, dennoch ist es – ausgerechnet!, möchte ich hinzufügen – DeCoteau tatsächlich gelungen, den bislang besten Film der Reihe vorzulegen. Schon vom ersten Blick auf die optimistisch als „Berlin, 1941“ bezeichnete Pappmaché-Stadt hebt die Stimmung an. Zwar wurde PUPPET MASTER III zu 100 % in muffigen Studiosettings realisiert (IMDb weist als Drehort „Backlot, Universal Studios“ aus), doch das historische Setting, die Anwesenheit schurkischer Nazis, allen voran Richard Lynch, und missglückter Zombieexperimente, lässt dieses Manko leicht vergessen. Richtig spannend ist auch dieser Teil wieder nicht, aber eben auch nicht so beliebig und generisch wie sein direkter Vorgänger.

Am wichtigsten ist wohl, dass einem die Figuren nicht mehr so schrecklich wurst sind wie in den Teilen zuvor: Guy Rolfe – der seine Rolle aus DOLLS wiederholt – füllt den Part des Toulon mit jenem Leben, lässt den Zuschauer in einigen Szenen wirklich mitleiden, macht den Schmerz des Puppenspielers nachvollziehbar. Zum ersten Mal hatte ich in dieser Serie das Gefühl, dass der Puppenspieler nicht nur erfunden wurde, um einen Grund für seine lustigen Kreationen zu haben, sondern dass diese Figur wirklich Potenzial hat. Die tragischen Untertöne stehen PUPPET MASTER III: TOULON’S REVENGE sehr gut zu Gesicht. Am Ende, wenn Toulon Deutschland mit seinen Puppen im Gepäck verlässt, kam wirklich etwas Vorfreude auf Teil 4 auf. Die wurde durch die stussige Ankündigung von PUPPET MASTER 4: WHEN BAD PUPPETS TURN GOOD auf typisch Full-Moon’sche Art unterlaufen, aber immerhin. In einer nicht unwichtigen Nebenrolle als General Müller ist übrigens Walter Gotell, der KGB-Russe aus unzähligen Bond-Filmen, zu sehen. Er scheint seinen Spaß gehabt zu haben: Kein Wunder, darf er doch in der obligatorischen Tittenszene mitwirken.

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