curse of the puppet master (david decoteau, usa 1998)

Veröffentlicht: Oktober 21, 2012 in Film
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Der etwas tumbe, aber herzensgute und hoch talentierte Robert (Josh Green) wird von Dr. Magrew (George Peck), der ein Puppenkabinett betreibt, als Assistent engagiert. Seine Figuren sind von echtem Leben beseelt und auch Robert soll in diese Kunst eingeführt werden. Zwischen dem Jungen und Magrews Tochter Jane (Emily Harrison) entspinnt sich jedoch eine sanfte Romanze, die dem Puppenmeister nicht so recht in den Plan passt. Denn er hat andere, finstere Pläne für Robert …

Nach dem selbst für Full-Moon-Verhältnisse katastrophal miesen PUPPET MASTER 5: THE FINAL CHAPTER ging man in den Büros der rührigen DTV-Horrorschmiede in Klausur. Knapp fünf Jahre verstrichen, bis dieser sechste Beitrag zur Reihe veröffentlicht wurde. Und das Bedürfnis nach einem Neuanfang erkennt man sofort: Schon der Titel bricht mit der bisherigen Tradition simpler Durchnummerierung, inhaltlich hat CURSE OF THE PUPPET MASTER mit den Vorgängern fast gar nichts zu tun. Der Name „Toulon“ taucht mal auf einem Schild auf, ohne dass weiter darauf eingegangen würde, und natürlich sind die liebgewonnenen Puppen mit von der Partie, doch sonst ist DeCoteaus zweiter Beitrag zur Reihe bemerkenswert eigenständig und „unseriell“. Anstatt weiter im Modus des Achtziger-/Neunziger-Videothekenhorrors zu machen, der seine Inspiration dem Slasherkino verdankte, orientiert sich DeCoteau für diesen Beitrag eher am klassischen Horrorfilm, der immer mit leicht melodramatischer Note ausgestattet war. Im Mittelpunkt stehen also Menschen, nicht irgendwelcher kindischer Unfug. Nur langsam – mancher würde vielleicht auch sagen: langweilig – entfaltet sich die Geschichte um Robert, seine unglückliche Liebe zu Jane und das Geheimnis des Puppenspielers Magrew: Zwar ahnt man recht früh, wohin die Reise gehen wird, und CURSE ist auch nicht frei von den erwartbaren Defiziten des Low-Budget-Films, aber der Versuch, das ganze Treiben emotionell zu erden, ist definitiv ein Schritt in die richtuge Richtung und muss gelobt werden. Okay, die Schauspieler sind bestenfalls durchschnittlich, die Dialoge hölzern und die Puppeneffekte haben sich auch nicht eben weiterentwickelt, aber mir hat der Film trotzdem Spaß gemacht. DeCoteau macht genau das, was schon seinen dritten Teil herausstechen ließ: Er verlässt sich nicht auf seine Effekte und den vergänglichen Reiz der Stop-Motion-Puppen, sondern bietet „Charaktere“ an, deren Schicksal den Kern der Geschichte ausmacht. Dass dabei kein Film rausgekommen ist, der zu Tränen rührt, bis ins Mark erschüttert oder einen in Euphorie versetzt, war wohl zu erwarten. Ich würde ihm das nicht vorwerfen. Für das, was er ist, ist CURSE sehr, sehr ordentlich geworden.

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