il giustiziere sfida la città (umberto lenzi, italien 1975)

Veröffentlicht: November 1, 2012 in Film
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Der Loner Rambo (Tomas Milian) kommt in seine Heimat Mailand zurück, um einen alten Freund zu besuchen. Der verdingt sich für „Mondialpol“, eine Art Privatpolizei, und träumt insgeheim davon, ein Held und Draufgänger zu sein – wie sein Kumpel Rambo. Als der Sohn eines Geschäftsmannes entführt wird, kommt er den Verbrechern auf die Spur, wird aber von ihnen ermordet. Nun ist es an Rambo, die Entführer zu stellen, den Jungen zu befreien und den Tod seines Freundes zu rächen. Er sucht den Gangsterboss Paternò (Joseph Cotten) auf, einen alten Bekannten, und zieht ihn als Partner hinzu. Rambos Plan ist es, Paternòs Gang und die der Entführer gegeneinander auszuspielen …

Offensichtlich von Kurosawas YOJIMBO bzw. Leones PER UN PUGNO DI DOLLARI inspiriert, ist Lenzis IL GIUSTIZIERE SFIDA LA CITTÀ so eine Art Groschenheftchen-Version für Junggebliebene dieses Stoffes. Von der deutschen Synchro mit ihren dummen Sprüchen und Non Sequiturs wird der infantile Aspekt des Films noch verstärkt, doch auch ohne diese Beigabe scheint er entweder von Neunjährigen oder sehr geschickt für solche gemacht worden zu sein. Der Drifter namens Rambo ist bei Lichte betrachtet ein ziemlich armer Prolet, doch Lenzi stilisiert ihn zum mit allen Abwassern gewaschenen Draufgänger und Alleskönner. Mit seinem heißen Ofen heizt er quer durch Europa und er macht ein Riesengeheimnis daraus, was er wo gemacht hat. Klar ist aber: „Ein Typ wie du kann es in Mailand zu was bringen!“ Er ist ein As in Selbstverteidigung, kann super schießen, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, Kontakte in der Unterwelt und natürlich ein Liebchen in jedem Hafen (hier: Femi Benussi). Und er sieht unverschämt cool aus: Ein weiterer aus der langen Galerie Milian’scher Gammelhelden. Lenzi blickt auf diesen Rambo mit den Augen eines Kindes: Sein Style, jeder Move, jeder dumme Spruch („Warum soll man kein Wasser trinken? – Weil da die Fische reinfurzen.“) wird zu einem Gottgeschenk und auf diegetischer Ebene spiegeln gleich zwei halbwüchsige Jungs diesen bewundernden Blick: der Sohn von Rambos Freund, der unverkennbar so sein will wie dieser coole Hund und der entführte Junge, der mit einem Leuchten in den Augen dabei zusieht, wie sein Retter die Bad Guys wegpustet.

Das macht IL GIUSTIZIERE SFIDA LA CITTÀ liebenswert, auch wenn er unter den Actionfilmen Lenzis nicht zu den besten gehört. Mit den großen Vorbildern kann das etwas einfältige – oder eben: kindische – Drehbuch nicht mithalten und im Gegensatz zu etwa Eastwoods Namenlosem lässt Milians Rambo jede Verwundbarkeit vermissen. Selbst wenn ihm eine Kugel auf den Pelz gebrannt wird, weiß man, dass er garantiert eine kugelsichere Weste anhatte. Zumal eine jede dieser „Überraschungen“ sklavisch genau vobereitet wurde. So betrachtet man den Film am besten als One-Man-Show Milians, dessen Masche nach etlichen NicoGiraldiFilmen und vergleichbar angelegten Charakteren, wie etwa seinem Tommasso Ravelli aus SQUADRA VOLANTE, zwar längst nicht mehr neu ist, aber eben doch immer wieder schön. Da lässt man sich dann doch gern in das Kind zurückverwandeln, für das solche Typen Vorbilder sein konnten.

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