porky’s ll: the next day (bob clark, kanada/usa 1983)

Veröffentlicht: November 2, 2012 in Film
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Die Angel-Beach-Clique bereitet sich mit der Theatergruppe ihrer Schule auf ein Shakespeare-Festival vor, da melden sich die konservativen Kräfte um Reverend Bubba Flavel (Bill Wiley) und Mrs. Balbricker (Nancy Parsons): Sie wittern die Verrohung der Sitten und erwirken eine Absage des Festivals. Die Schüler schmieden einen Plan, um die Verlogenheit von Politik und Kirche bloßzulegen …

PORKY’S II: THE NEXT DAY – der tatsächlich nur einen Tag nach dem ersten Teil beginnt – irritiert zunächst mit der Entscheidung, seine lüsternen Protagonisten in eine Theatergruppe zu stecken und die Zeilen des britischen Meisterdichters rezitieren zu lassen. Das erscheint im Vergleich zum Kampf gegen den miesen Redneck Porky deutlich weniger zwingend: Doch im Verlauf des Films zeigt sich, dass das Sequel durchaus auf einer Linie mit PORKY’S liegt. Dass Bob Clark auf die Frivolitäten, die den ersten Teil zum Hit machten, diesmal fast gänzlich verzichtet, ist also keinesfalls ein Verrat, sondern passt wunderbar ins Bild. Diese Kids sind eutlich weniger eindimensional sind, als sie bislang erschienen. Kaum haben sie den Schritt zur sexuellen Reife vollzogen, werden plötzlich andere Sachen interessant. Nachdem er am Tag zuvor entjungfert wurde, schmeißt Pee Wee (Dan Monahan) seinen „Penis Growth Chart“, den er zuvor akribisch geführt hatte, einfach weg. Abehakt, nächstes Thema bitte! In PORKY’S II: THE NEXT DAY dürfen die Protagonisten also nicht nur die Freuden der Hochkultur entdecken, sie erleben auch ihre „Erweckung“ als politische Individuen, die sich für ihre Rechte einsetzen. Clark erteilt religiösen Sittenbewahrern, verklemmten Spießern, Faschisten und Rassisten und politischen Opportunisten eine deutlich Absage, lässt sie im Showdown von den Protagonisten lustvoll bloßstellen. Das ist Katharsis vom Feinsten, auch wenn PORKY’S II: THE NEXT DAY der Schwung und die Frische des Originals etwas abgehen mögen. Es fällt nicht weiter negativ ins Gewicht und das Wiedersehen mit allen wichtigen Figuren zeigt zudem recht eindrucksvoll, was für liebenswerte Figuren Clark und sein Co-Autor Ormsby hier geschaffen haben. Feiner Film, wer hätte das gedacht?

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