terror train (roger spottiswoode, kanada/usa 1980)

Veröffentlicht: November 3, 2012 in Film
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Bei einem Streich der Sigma-Phi-Omega-Fraternity wird ein Junge schwer verletzt. Ein Jahr später begeben sich die Studenten zur großen Abschlussparty an Bord eines Zuges. Auch die für den vergangenen Unglücksfall Verantwortlichen – u. a. die hübsche Alana (Jamie Lee Curtis) und der Zyniker Doc (Hart Bochner) – sind mit von der Partie. Und natürlich hat sich ein Killer an Bord geschlichen, der bald beginnt, sein blutiges Handwerk zu verrichten …

Wie PROM NIGHT ist auch TERROR TRAIN ein weiterer früher Slasher aus dem Werk der Noch-Scream-Queen Jamie Lee Curtis und wie jener folgt auch dieser weitestgehend uninspiriert der bekannten Formel. Der Body Count ist gering, die Morde unblutig, die Identität des Killers von Beginn an klar: Trotzdem gelingt Spottiswoode das Kunststück, die karge Handlung auf 97 Minuten auszuwalzen. Die Auftritte des jungen David Copperfield, der als geladener Magier ein paar seiner Zaubertricks zum Besten geben darf, helfen sowohl dabei, den Film zu strecken, als auch für die dringend benötigte Abwechslung zu sorgen. Das Gestapfe durch den Zug, die typischen Beziehungskämpfe und Zickereien sind nämlich nur bedingt abendfüllend. Ich fand TERROR TRAIN nicht ganz so langweilig wie PROM NIGHT – der Zug bietet ein etwas reizvolleres Setting als eine Highschool, die Anwesenheit von Ben Johnson hilft und die finale Konfrontation zwischen Alana und dem Killer ist ganz nett –, aber letztlich ist das Haarspalterei, weil beide Filme zwar technisch solides, aber eben auch fürchterlich generisches Slasherkino bieten. Spottiswoode, dessen Debüt dies war, lässt zudem jegliches Gespür für das, was diese Art von Film funktionieren lässt vermissen: Mit Horror hat er es offensichtlich nicht und konsequenterweiser drehte er auch nie wieder einen Horrorfilm. Dafür schwang er sich als typischer Hack mit TOMORROW NEVER DIES sogar in die Riege der Bond-Regisseure empor. Sein wahrscheinlich bester Film ist der sehr schöne SHOOT TO KILL, allerdings hat er auch ganz fieses Zeug wie etwa Stallones STOP! OR MY MOM WILL SHOOT, TURNER & HOOCH oder Arnies unsäglichen THE 6TH DAY zu verantworten. Das versöhnt einen fast wieder mit TERROR TRAIN, den man wenigstens egal finden kann …

Kommentare
  1. Thies sagt:

    Man kann von Roger Spottiswoode halten was man will, aber zwei seiner besten Filme sollten nicht unerwähnt bleiben: das Kriegs-Drama „Under Fire“ mit Nick Nolte und der die Entdeckung des AIDS-Virus nacherzählende „And the band played on“. Sein sehr weit gestreutes Spektrum lässt ihn wie einen typischen „Gun for hire“-Regisseur erscheinen, aber offenbar konnte er auch mehr als lieblose Routine abliefern, wenn ihm der Stoff am Herzen lag.

    • Oliver sagt:

      Aber zeichnet genau diese Eigenschaft den typischen Hack nicht aus? Dass er zwar in der Lage ist gute Resultate zu erzielen, aber eben auch nicht davo rzurückschreckt, lieblose Sülze zu fabrizieren?

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