el retorno de walpurgis (carlos aured, mexiko/spanien 1973)

Veröffentlicht: November 17, 2012 in Film
Schlagwörter:, , ,

Weil sie im Mittelalter die Anführerin eines Satanistenkults auf den Scheiterhaufen gebracht haben, lastet ein Fluch auf den Daninskys. Nur wann er in Kraft tritt, steht in den Sternen. Es trifft dann ein paar hundert Jahre später den braven Waldemar (Paul Naschy): Eine Frau versetzt ihm einen Biss mit einem Wolfsschädel und beim nächsten Vollmond verwandelt sich der Arme in einen Werwolf. Die anderen Dorfbewohner glauben an das Werk eines Irren und Waldemar selbst hat keine Erinnerung an seine nächtlichen Streifzüge …

Ich habe jetzt sehr vereinzelt einige Filme um den armen Wolfsmann Waldemar Daninsky gesehen, ohne einen echten Überblick über die Reihe zu haben. Diesen hier hielt ich aufgrund seiner Story gestern für den ersten, musste mich aber von der IMDb eines Besseren belehren lassen. Naschy war zuvor bereits 5 mal in die pelzige Haut des Gebeutelten geschlüpft, selbst der hier vor einigen Monaten besprochene, pulpige LOS MONSTRUOS DEL TERROR ging diesem noch voraus. Da sage noch mal einer, Reboots seien eine Erfindung der Gegenwart! Zurück zu Aureds Film: Wie eigentlich alle spanischen Horrorfilme jener Zeit, die ich bisher gesehen habe, hat auch EL RETORNO DE WALPURGIS heftige Schlagseite Richtung Melodram: Gegenüber dem traurig dreinblickenden Waldemar (in der deutschen Fassung Wladimir), dessen Liebesglück sich aufgrund eines Fluchs, für dessen Ursache er rein gar nichts kann, nicht erfüllt, der stattdessen zum Mörder wird und keinerlei Aussicht auf Retung hat, tritt das Treiben des Monsters doch ziemlich in den Hintergrund. Paul Naschy ist natürlich super, gerade weil er optisch überhaupt kein Starpotenzial mitbringt und in die Rolle des tragischen Verlierers so noch besser reinpasst, aber ein bisschen langweilig sind diese Filme schon. Man weiß stets von vornherein, was passiert, und der holprige Schnitt verhindert, dass man wirklich eintaucht ins Geschehen: Die Szenenübergänge sind das Äquivalent zum Sprung auf der Schallplatte. Andererseits ist auch EL RETORNO DE WALPURGIS unbedingt liebenswert: Eine gewisse Atmosphäre kann man ihm nicht absprechen, das Wolfs-Make-up finde ich super und eigentlich sogar besser als spätere, weitaus realistischere Varianten, gewisse Unzulänglichkeiten versprühen zentnerweise Charme, etwa das Wölfe hier von Schäferhunden verkörpert werden. Man fährt definitiv besser, wenn man in diesen Film mit der Erwartung einer bestimmten Stimmung und Bildwelt geht, als mit der Hoffnung auf spannende Unterhaltung.

Kommentare
  1. […] Wer was Nettes über Paul Naschy zu schreiben hat, den empfehle ich gerne weiter. So wie Oliver Nöding auf Remember it for later. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.