second in command (simon fellows, rumänien/usa 2006)

Veröffentlicht: Dezember 1, 2012 in Film
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https://funkhundd.files.wordpress.com/2012/12/0b6b5-second2bin2bcommand2b20062bhindi2bdubbed2bmobile2bmovie2bposter2b1.jpg?w=216&h=309Moldawien: Die Anhänger des ehemaligen kommunistischen Präsidenten Kirilov planen einen Staatsstreich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Amirev. Die Stimmung auf den Straßen ist aufgeheizt, ein Bürgerkrieg droht auszubrechen. Der amerikanische Botschafter ruft daraufhin den hochrangigen Navy-Offizier Sam Keenan (Jean Claude Van Damme) zu Hilfe. Er soll Amirev aus seinem belagerten Regierungspalast befreien und in der amerikanischen Botschaft in Sicherheit bringen, bis die Armeen des Präsidenten und der USA eintreffen. Das erweist sich als überaus schwierige Aufgabe, denn die Putschisten bringen erst Keenans Geliebte, die Journalistin Michelle Whitman (Julia Cox), in ihre Gewalt und sind dann auffallend gut über die Pläne der Belagerten informiert …

Nach den doch etwas blutleeren und mittelmäßigen THE QUEST und THE ORDER ist SECOND IN COMMAND Labsal für meine nach Action dürstende Seele. Simon Fellows, der später mit UNTIL DEATH maßgeblich daran beteiligt war, einen neuen, ernsteren, gebrocheneren Van Damme zu etablieren, inszeniert SECOND IN COMMAND als Hybrid aus Neo-Western (THE ALAMO wird referenziert, das Setting erinnert ebenfalls an ein belagertes Fort, der Belagerungsplot natürlich nicht zuletzt an Carpenters Western-Hommage ASSAULT ON PRECINCT 13) und hyperrealistischem Kriegsfilm im Stile von Ridley Scotts BLACK HAWK DOWN. Die Kamera muss einiges mitmachen, immer wieder wird vermeintlich „echtes“ Material eingeschnitten, die monotone Farbgebung und die in zahlreichen DTV-Actionern erprobte marod-barocke Kulisse Bukarests tut das Ihrige, den Zuschauer mitten in ein umkämpftes Krisengebiet zu holen. Und auch die ernsten Mienen der Politiker, Staatsbeamten und Soldaten, ihr sachlich-technischer Jargon, machen deutlich, dass es hier nicht um Heldentaten oder körperliche Selbstverwirklichung geht.

Die Western-Allusionen – wunderschön etwa der immer gleiche Blick auf den Straßenzug vor der Botschaft, der im Laufe des Films zusehends verwüsteter aussieht – helfen, wenn auch nur ein bisschen, das Geschehen etwas auf Distanz zu halten: Es ist doch nur ein Film. Ein überraschend sehenswerter, wie ich hinzufügen möchte, auch wenn ich die Zeiten vermisse, als „Spaß“ und „Action“ noch nicht so unvereinbar waren, wie sie das heute oftmals zu sein scheinen. Es gibt wirklich nicht allzu viel in SECOND IN COMMAND, an das man sein Herz hängen könnte, das die Stimmung heben würde. Die militärische Effizienz und Nüchternheit, mit der das Gemetzel begangen wird, muss befremden, teilweise gar abstoßen. Alles ist bleich, kaputt und ein Leben außerhalb des Krieges und der Zerstörung gibt es für keinen einzigen der Beteiligten. Eine merkwürdige Form der Unterhaltung ist das schon.

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